4.4. 🚀 OCR in Python mit PyTesseract#

4.4.1. Hinweise zur Ausführung des Notebooks#

Dieses Notebook kann auf unterschiedlichen Levels erarbeitet werden (siehe Abschnitt „Technische Voraussetzungen“):

  1. Book-Only Mode

  2. Cloud Mode: Dafür auf 🚀 klicken und z.B. in Colab ausführen.

  3. Local Mode: Dafür auf Herunterladen ↓ klicken und „.ipynb“ wählen.

Informationen zum Ausführen des Notebooks – Zum Ausklappen klicken ⬇️

Voraussetzungen zur Ausführung des Jupyter Notebooks

  1. Installieren der Bibliotheken
  2. 2. Laden der Daten (z.B. über den Command `wget` (s.u.))
  3. 3. Pfad zu den Daten setzen
Zum Testen: Ausführen der Zelle „load libraries“ und der Sektion „Einlesen des Texts“.
Alle Zellen, die mit 🚀 gekennzeichnet sind, werden nur bei der Ausführung des Notebooks in Colab / JupyterHub bzw. lokal ausgeführt.

4.4.2. OCR mit Python#

In diesem Notebook werden wir pyTesseract ausführen, um maschinenlesbaren Text zu erzeugen aus:

  • einem JPEG-Bild

  • einem mehrseitigen PDF

  • einem Korpus mehrseitiger PDFs

4.4.3. Installationen und Importe #

Hide code cell content
# 🚀 Install libraries
import sys
if 'google.colab' in sys.modules:
    !sudo apt install tesseract-ocr
    !sudo apt install tesseract-ocr-frk
    !sudo apt install poppler-utils
!pip install pytesseract pillow
!pip install pdf2image
!pip install tqdm
Hide code cell content
import pytesseract
from PIL import Image
from pathlib import Path
from pdf2image import convert_from_path
from tqdm import tqdm

4.4.4. Verarbeitung eines Bildes #

Hide code cell content
if not Path("grippe.jpeg").exists():
    !wget https://raw.githubusercontent.com/quadriga-dk/Text-Fallstudie-1/refs/heads/main/assets/images/grippe.jpeg
https://raw.githubusercontent.com/quadriga-dk/Text-Fallstudie-1/refs/heads/main/assets/images/grippe.jpeg

So können wir OCR auf dieses Bild des Zeitungsartikels (‘Die Grippe wütet weiter’) durchführen:

ocr_output = pytesseract.image_to_string(Image.open('grippe.jpeg'), lang='frk') 
print(ocr_output)
Zie Grippe wüfel weiter

Zunahme der ſchweren Fälle in Berlin.

Die Zahl der Grippefälle iſt in den lezten
beider Tagen auch in Groß-Berlin noH
erf>lig zeftiegen. Die Warenhäuſer und ſon-
Haen aroßen GeſHöäfte, die Krirgs- unh die prie
n Betriebe lagen, daß übermäig viele An«-

. fich 5cben rep? melden müſſen,-und an<
; .“ Loft und 5ei der Straßenbahn iſt der
ſos der Grippelranten bedeuten) gt&

MeB 4 2 8 1

4.4.5. Verschiedene Typen von OCR-Fehlern#

Betrachten wir dieses Beispiel, so fallen sofort zahlreiche Fehler auf. Bereits das allererste Zeichen des ersten Wortes ist falsch: „Zie“ statt „Die“. Dies ist ein sehr häufiger OCR-Fehlertyp, bei dem ein Zeichen mit einem anderen verwechselt wird — in diesem Fall liegt die Ursache vermutlich unter anderem in der unterschiedlichen Druckfarbintensität verschiedener Bereiche des Buchstabens „D“. Dasselbe ist bei beiden „t“-Buchstaben im Wort „wütet“ geschehen: Sie wurden fälschlicherweise als „f“ bzw. „l“ erkannt. Solche Fehler bezeichnen wir als Substitutionsfehler.

Manchmal werden Zeichen nicht durch andere ersetzt, sondern gar nicht erst erkannt. Dies ist beispielsweise bei den meisten Zeichen im Wort „Angestellte“ der Fall — es wurde lediglich als „An«“ ausgegeben. Derartige Fehler lassen sich als Auslassungsfehler (engl. omission errors) klassifizieren.

Darüber hinaus treten gelegentlich zusätzliche Zeichen auf, die im Original nicht vorhanden sind. Dieser Fehlertyp lässt sich allerdings nicht immer eindeutig von einer Substitution abgrenzen — etwa dann, wenn ein einzelnes Zeichen der Vorlage im OCR-Ergebnis zu zwei oder mehr Zeichen wird.

Schließlich gibt es Abweichungen zwischen dem gewünschten und dem tatsächlichen OCR-Ergebnis, die sich nicht als Fehler im engeren Sinne einordnen lassen, sondern vielmehr Unterschiede in den Normalisierungskonventionen darstellen. So finden wir in der Originalquelle das lange s (ſ, U+017F, LATIN SMALL LETTER LONG S) an Stellen, an denen die moderne Orthographie ein gewöhnliches s (U+0073) vorsieht. Technisch handelt es sich dabei um zwei verschiedene Unicode-Zeichen. Ob eine Normalisierung vorgenommen wird oder nicht, ist letztlich eine Frage der Konvention und des jeweiligen Erkenntnisinteresses. Viele OCR-Engines normalisieren solche historischen Zeichenvarianten stillschweigend, andere bewahren sie im Sinne der editionsphilologischen Treue. Tesseract nimmt hier keine Normalisierung vor.

🚀 Selbst ausprobieren#

Nutzen Sie das interaktive Werkzeug unten, um die OCR-Fehler direkt zu erkunden. Klicken Sie auf eine der Schaltflächen, um Substitutionen, fehlende Zeichen, zusätzliche Zeichen oder Fraktur-Verwechslungen hervorzuheben. Die entsprechenden Stellen im Ground Truth werden automatisch markiert, sodass Sie genau sehen können, wie und wo die OCR vom Originaltext abgewichen ist. Sie können auch „Show missing GT“ aktivieren, um Zeichen anzuzeigen, die von der OCR übersprungen wurden.

Hide code cell source
#@title Interactive OCR error widget (click to expand code)
from IPython.display import display, HTML
display(HTML(r"""
<div id="ocr-error-v4" style="font-family: system-ui, monospace; max-width:1000px; margin: 8px 0;">

  <h3 style="margin:0 0 8px 0; color: inherit;">OCR Output (annotated)</h3>

  <div style="margin:8px 0 12px 0;">
    <button class="ocrBtn" onclick="toggleErrorsV4('sub')">Substitutions</button>
    <button class="ocrBtn" onclick="toggleErrorsV4('miss')">Missing (in OCR)</button>
    <button class="ocrBtn" onclick="toggleGTunderV4()">Show missing GT</button>
    <button class="ocrBtn" onclick="toggleErrorsV4('ins')">Extra (in OCR)</button>
    <button class="ocrBtn" onclick="toggleErrorsV4('frak')">Fraktur confusions</button>
    <button class="ocrBtn" onclick="clearErrorsV4()">Clear</button>
  </div>

  <div id="ocrBoxV4"
       style="white-space:pre-wrap; padding:10px; border-radius:6px;
              background:#1f1f1f; color:#eee; border:1px solid #2f2f2f;
              font-family:monospace;"></div>

  <div style="margin-top:10px; font-size:1.0rem; color: inherit;">
    <strong>Legend:</strong>
    <span style="margin-left:8px; color:#ff6b6b;">sub</span>
    <span style="margin-left:8px; color:#47b5ff;">missing</span>
    <span style="margin-left:8px; color:#7effa2;">extra</span>
    <span style="margin-left:8px; color:#ffd54d;">fraktur</span>
  </div>


  <h3 style="margin:0 0 8px 0; color: inherit;">Ground truth (reference)</h3>
  <div id="gtBoxV4"
       style="white-space:pre-wrap; padding:10px; border-radius:6px;
              background:#29313d; color:#e5e5e5; border:1px solid #2f2f2f;
              font-family:monospace;"></div>

</div>

<style>

  #ocr-error-v4 .ocr-heading {
  margin: 0 0 8px 0 !important;
  color: #222 !important;
  }

  html[data-theme="dark"] #ocr-error-v4 .ocr-heading,
  body[data-theme="dark"] #ocr-error-v4 .ocr-heading {
    color: #eee !important;
  }
  
  #ocr-error-v4 .ocrBtn {
    background:#2d3b4f; color:#fff; border:none;
    padding:6px 10px; margin-right:6px;
    border-radius:5px; cursor:pointer; font-size:0.9rem;
  }

  #ocr-error-v4 .ocrSpan { padding:0 2px; border-radius:3px; display:inline-block; }
  #ocr-error-v4 .ok   { color:#cfcfcf; }
  #ocr-error-v4 .sub  { background:#ff6b6b; color:#000; }
  #ocr-error-v4 .ins  { background:#7effa2; color:#000; }
  #ocr-error-v4 .miss { background:#47b5ff; color:#000; position:relative; }
  #ocr-error-v4 .frak { background:#ffd54d; color:#000; }

  #ocr-error-v4 .gtSpan { transition:color 0.2s ease; }

  #ocr-error-v4 .gt-under {
    display:block; font-size:0.8rem; text-align:center;
    line-height:0.8; opacity:0; transition:opacity 0.25s ease;
    color:#000;
  }
  #ocr-error-v4 .miss.showGT .gt-under { opacity:1; }
</style>

<script>
(function(){
  const ocrRaw = `Zie Grippe wüfel weiter Zunahme der ſchweren Fälle in Berlin. Die Zahl der Grippefälle iſt in den letzten beider Tagen auch in Groß-Berlin noH erfblih zefitiegen. Die Worenhäuſer und ſon- Haen aroßen GerſHäfte, die Krirgs- und die pri« n Betriebe lagen, daß übermäig viele An« : fich 5cben kren? melden miüen,-und an: ; ew Loſt und 5ei der Straßenbahn iſt der ſoz der Grippekranken bedeuten) g&`.trim();
  const gtRaw = `Die Grippe wütet weiter Zunahme der schweren Fälle in Berlin. Die Zahl der Grippefälle ist in den letzten beiden Tagen auch in Groß-Berlin noch erheblich gestiegen. Die Warenhäuser und sonstigen großen Geschäfte, die Kriegs- und die privaten Betriebe klagen, daß übermäßig viele An-
gestellte sich haben krank melden müssen und auch bei der Post und bei der Straßenbahn ist der Prozentsatz der Grippekranken bedeutend gestiegen.`.trim();

  const ocr = ocrRaw.replace(/\s+/g,' ');
  const gt  = gtRaw.replace(/\s+/g,' ');

  const gtBox = document.getElementById('gtBoxV4');
  gtBox.innerHTML = gt.split('').map(ch=>`<span class="gtSpan">${ch}</span>`).join('');

  /* Levenshtein diff */
  function computeEdits(a,b){
    const n=a.length, m=b.length;
    const dp=Array.from({length:n+1},()=>Array(m+1).fill(0));
    for(let i=0;i<=n;i++) dp[i][0]=i;
    for(let j=0;j<=m;j++) dp[0][j]=j;

    for(let i=1;i<=n;i++){
      for(let j=1;j<=m;j++){
        dp[i][j]=Math.min(
          dp[i-1][j]+1,
          dp[i][j-1]+1,
          dp[i-1][j-1] + (a[i-1]===b[j-1]?0:1)
        );
      }
    }

    const ops=[];
    let i=n,j=m;
    while(i>0||j>0){
      if(i>0&&j>0&&a[i-1]===b[j-1]&&dp[i][j]===dp[i-1][j-1]){
        ops.push({type:'ok', a:a[i-1], b:b[j-1], gi:j-1});
        i--;j--;continue;
      }
      if(i>0&&j>0&&dp[i][j]===dp[i-1][j-1]+1){
        ops.push({type:'sub', a:a[i-1], b:b[j-1], gi:j-1});
        i--;j--;continue;
      }
      if(i>0&&dp[i][j]===dp[i-1][j]+1){
        ops.push({type:'ins', a:a[i-1], b:null, gi:null});
        i--;continue;
      }
      if(j>0&&dp[i][j]===dp[i][j-1]+1){
        ops.push({type:'miss', a:null, b:b[j-1], gi:j-1});
        j--;continue;
      }
    }
    return ops.reverse();
  }

  const edits = computeEdits(ocr,gt);
  const frakPairs = [['ſ','s'],['ſ','f'],['u','n'],['0','o'],['5','s']];
  function isFrak(op){
    if(op.type!=='sub') return false;
    return frakPairs.some(([x,y]) => (op.a===x&&op.b===y)||(op.a===y&&op.b===x));
  }

  const ocrBox = document.getElementById('ocrBoxV4');
  let showGT = false;
  let currentFilter = null;

  function render(){
    ocrBox.innerHTML='';

    edits.forEach(op=>{
      if(op.type==='ok'){
        const s=document.createElement('span');
        s.className='ocrSpan ok';
        s.textContent=op.a;
        s.dataset.type='ok';
        ocrBox.appendChild(s);
      }
      else if(op.type==='sub'){
        const s=document.createElement('span');
        s.className='ocrSpan sub';
        if(isFrak(op)) s.classList.add('frak');
        s.textContent=op.a;
        s.dataset.type='sub';
        s.dataset.gi=op.gi;
        ocrBox.appendChild(s);
      }
      else if(op.type==='ins'){
        const s=document.createElement('span');
        s.className='ocrSpan ins';
        s.textContent=op.a;
        s.dataset.type='ins';
        ocrBox.appendChild(s);
      }
      else if(op.type==='miss'){
        const w=document.createElement('span');
        w.className='ocrSpan miss';
        w.textContent='⟦ ⟧';
        w.dataset.type='miss';
        w.dataset.gi=op.gi;

        const gtline=document.createElement('span');
        gtline.className='gt-under';
        gtline.textContent=op.b;
        w.appendChild(gtline);

        if(showGT) w.classList.add('showGT');
        ocrBox.appendChild(w);
      }
    });

    applyFilter();
  }

  function applyFilter(){
    const ocrSpans = ocrBox.querySelectorAll('.ocrSpan');
    const gtSpans = gtBox.querySelectorAll('.gtSpan');

    gtSpans.forEach(s=>{
      s.style.color='#e5e5e5';
      s.style.fontWeight='normal';
    });

    ocrSpans.forEach(s=>{
      s.style.opacity='1';
      s.style.outline='none';
      s.style.background = '';
      s.style.color = '';
    });

    if(!currentFilter) return;

    ocrSpans.forEach((s,i)=>{
      const t = s.dataset.type;
    
      let match = false;
    
      if(currentFilter === 'sub'){
        match = (t === 'sub' && !isFrak(edits[i]));
      }
      else if(currentFilter === 'frak'){
        match = isFrak(edits[i]);
      }
      else{
        match = (t === currentFilter);
      }
    
      if(!match){
        s.style.opacity='0.45';
      } else {
        s.style.outline='2px solid rgba(255,255,255,0.25)';
        if(currentFilter === 'frak' && isFrak(edits[i])){
          s.style.background = '#ffd54d';
          s.style.color = '#000';
        }
      }
    });
    
    // GT coloring
    edits.forEach(op=>{
      if(op.gi===null) return;
      const gtSpan = gtSpans[op.gi];
      if(!gtSpan) return;

      if(currentFilter==='sub' && op.type==='sub'&& !isFrak(op)){
        gtSpan.style.color='#ff6b6b';
        gtSpan.style.fontWeight='bold';
      }
      if(currentFilter==='miss' && op.type==='miss'){
        gtSpan.style.color='#47b5ff';
        gtSpan.style.fontWeight='bold';
      }
      if(currentFilter==='frak' && isFrak(op)){
        gtSpan.style.color='#ffd54d';
        gtSpan.style.fontWeight='bold';
      }
    });
  }

  window.toggleErrorsV4=function(type){
    currentFilter=type;
    render();
  };

  window.clearErrorsV4=function(){
    currentFilter=null;
    render();
  };

  window.toggleGTunderV4=function(){
    showGT=!showGT;
    render();
  };

  render();  
})();
</script>
"""))

OCR Output (annotated)

Legend: sub missing extra fraktur

Ground truth (reference)

4.4.6. Verarbeitung eines (mehrseitigen) PDFs#

Mit ein wenig mehr Python-Code können wir pytesseract auch verwenden, um gesamte PDF-Dateien mit vielen Seiten zu OCRen:

Informationen zum Ausführen des Notebooks – Zum Ausklappen klicken ⬇️ Zuerst wird der Ordner angelegt, in dem die Textdateien gespeichert werden. Der Einfachheit halber wird die gleich Datenablagestruktur wie in dem GitHub Repository, in dem die Daten gespeichert sind, vorausgesetzt.
Der Text wird aus GitHub heruntergeladen und in dem Ordner ../data/pdf/ abgespeichert.
Der Pfad kann in der Variable sample_pdf_path angepasst werden. Die einzulesenden Daten müssen die Endung `.pdf` haben.
Was ist ein Dateipfad? (klicken)

Ein Dateipfad ist eine Zeichenkette, die deinem Programm sagt, wo eine Datei auf deinem Computer oder Server gespeichert ist. Er hilft dem Programm, Dateien zu finden und auf sie zuzugreifen, um sie zu lesen, zu schreiben oder zu bearbeiten.

Arten von Dateipfaden:#

  1. Absoluter Dateipfad:
    Ein absoluter Pfad gibt den vollständigen Speicherort einer Datei ausgehend vom Stammverzeichnis deines Systems an.

    • Beispiel unter Windows:
      C:\Users\JohnDoe\Documents\file.txt

    • Beispiel unter macOS/Linux:
      /Users/JohnDoe/Documents/file.txt

  2. Relativer Dateipfad:
    Ein relativer Pfad zeigt dem Programm, wie es eine Datei basierend auf dem aktuellen Arbeitsverzeichnis (dem Ordner, in dem dein Skript ausgeführt wird) finden kann.

    • Beispiel:
      Documents/file.txt
      (Dies sucht die Datei in einem Ordner namens Documents innerhalb des aktuellen Verzeichnisses).

Pfadtrennzeichen:#

  • Unter Windows verwenden Pfade Backslashes (\):
    C:\folder\file.txt

  • Unter macOS/Linux verwenden Pfade Schrägstriche (/):
    /folder/file.txt

Beispiel in Python:#

# Absoluter Pfad
file = open('C:/Users/JohnDoe/Documents/file.txt')
    
# Relativer Pfad
file = open('Documents/file.txt')

Python bietet auch Tools, um Pfade so zu handhaben, dass sie auf jedem Betriebssystem funktionieren, wie die Module os und pathlib. Wir verwenden oben pathlib, damit dieses Notebook auf jedem Rechner funktioniert. Dadurch können wir Pfade im Unix-Stil schreiben.

Hide code cell content
# 🚀 Create data directory path
corpus_dir = Path("../data/pdf")
if not corpus_dir.exists():
    corpus_dir.mkdir(parents=True)
Hide code cell content
# 🚀 Load the txt file from GitHub 
! wget https://raw.githubusercontent.com/quadriga-dk/Text-Fallstudie-1/refs/heads/main/data/pdf/SNP27112366-19181224-0-0-0-0.pdf

# move the file to the data directory
! mv SNP27112366-19181224-0-0-0-0.pdf ../data/pdf
# set the path to file to be processed
sample_pdf_path = Path("../data/pdf/SNP27112366-19181224-0-0-0-0.pdf")

Dieser Code liest eine mehrseitige PDF-Datei mit einer Zeitungsausgabe vollständig ein und führt Seite für Seite eine Texterkennung (OCR) durch. Die Ausführung wird mehrere Minuten dauern

# this code here reads an entire PDF with a newspaper issue 
# and performs OCR page by page
# it will take a couple of minutes to run
recognized_pages = []
converted_pdf = tqdm(convert_from_path(sample_pdf_path, use_cropbox=True))
for image in converted_pdf:
    recognized = pytesseract.image_to_string(image, 
                                             lang='frk') 
    #print(recognized)
    recognized_pages.append(recognized)
  0%|          | 0/4 [00:00<?, ?it/s]
 25%|██▌       | 1/4 [00:12<00:38, 12.74s/it]
 50%|█████     | 2/4 [00:31<00:32, 16.10s/it]
 75%|███████▌  | 3/4 [00:51<00:17, 17.92s/it]
100%|██████████| 4/4 [01:12<00:00, 19.35s/it]
100%|██████████| 4/4 [01:12<00:00, 18.21s/it]

Schauen wir uns die erste Seite an:

print(recognized_pages[0])
Hide code cell output
A 656

beeewenwamenenmewenmemen

A 356

Morgen-Ausgabe.

Hr Vornleche Zeitung ervch:

Dur einmal. Jeden Sonntag die Hinstrierte Beilage „Zeitbilder“, Sonstige Bellagen und Bubriken:
Finanz- und Handelsblatt, Grundstticks-, Hypotheken- und Geldverkehr. Für Reize und Wanderung,
Litererizche Umachau, Wiezenschaftliche Sonntags » Beilage, Allgemeine Verlomngs - Tabells,

. in Verlags von Vilstein & Oo. Verantwort. fürdie Redakti
it Ausnahme des Handelatelle): H, Bachmann in Bertin

Matroſenpuiſch gegen die Reichsregiern

Berliniſche Zeitung von St

zweimal täglich (morgens und abends), au Sonn- und Forttagen |

Berlin

„

I?

- Shriftleitung: Berlin 8 68, Kochſtraße 22-26

Dienstag, 24. Dezember

aats- und gelehrten Sachen

Bezug: In Groß-Berlin monatlich 8 Mark bei tügl. zweimaliger Zustellung. Durch die Poat monatiich
92.80 M. oder viertelf. 8,40 M. ohne Beatellgebfibr, Anzeigen: Zeile 80 Pf. u. 41 *, Teu:rungszuschleg,
Femilienanzeigen 1 M. netto die Zeile. Keine Verbindlichkeit für Aufnahme in eine bestimmte Nummer,
Annahme im Ullsteinhaus, Berlin 8W 68, Kochstr. 22-28, und in allen Geschäftsstellen des Verlages.

Vornaprach - Zentrale: Ulletein & Co, Mortizplatz 118004
11.801 11808 bis 11 650, 80wls 15 280, 28 281, 15 282 bis 16298

Feſtnahme des Stadtkommandanten, -- Vorübergehende Abſperrung des Kanzlerpalais, =-- Schüſſe Unter den Linden,

Der Gewaltſtreich.

Zwiſchen der Kommanvantur Berlin, die im Aufe
frage und auf Befehl der Regierung die Sicherheits:
verhältuiſſe der Reichshauptſtadt endlich zu klären un»
Ffernommen hat, und der ſogenannten „Volksmarine-
Diviſion“ beſteht ſchon ſeit einigen Tagen ein geſpann»
Fes Verhältnis, Die Matrofen ſind der Meinung, daß
fie unabſeßbar ſeien, und erbliken in dem Verſuch, fie
In die allgemeine Ordnung der Sicherheitsverhältniſſe
einzureihen, ein Unrecht, gegen das ſie ſich vas Recht
der gewaltſamen Selbſthilfe herausnehmen zu könnet
glauben. Sie find geſtern dazu Übergegangen, den er»
warteten Maßnahmen der Regierung zuvorzukommen
und haben einen förmlichen Putſch gegen den Erften
Stadtkommandanten, ven ſozialdemokratiſchen Neichse
tagsabgeordneten Otto... Wels, unfernommen. Dieſer,
ſowie zwei ſeiner Veamten, dey Adjutant Leutnant
Fiſcher und Dr. Vongarh, wurden von den meuternden
Matroſen in der Kommandantur feſtgenommen und
nach ihrer Hochburg, dem Marſtall, verſchleppt. Gleich»
zeitig haben Matroſen, die zur Bewachung des Neichs2
Fanzlex-Palais dienten, einen Putſchverſuch in der
Reichskanzlei unternommen. Sie haben die dortige
Telephonzentrale beſetzt und den Zutritt zum Neichs-
kattzlerhaus längere Zeit abgeſperrt. Während dieſer
Zeit war alſs die Reichsregierung nicht imſtande, mit
der Anßenwelt zu verkehren. Es fällt außerordentlich
ſchwer, Verftänbnis für die Langmut aufzubringen, das
dazu gehört hat, daß fich ſolche Zuſtände überhaupt her-
ausbilden konnten, . a

Den Fußeren Anlaß zu dem Putſch hat anſcheinend die Tatſache
gebildet, daß die Stadtkommandantur die Auszahlung von Löh-
nungsbeträgen an die Bedingung knüpfte, daß das Schloß geräumt
werde. Ueber den Verlauf des ſkandalöſen Vorganges wird
gemeldet:

„Um 6 Uhr kamen aus der Oberwallſtraße, ver
Charlottenſtraße und über vie Schloßbrüc>e Trvpps
voa Matrofen, den Karabiner anf der Schulter, und
Fxrebten ver an der Schloßbrüee, gegenüber dem
Zeughauſe gelegenen StadtkLommandanriur, dem Sitz
dos Kommandanten Wols, zu. Es bildeten ſich Kete
ten von Matroſen, die die Linden von dev Charlot»
tenſiraſße bis zur Schloyßbrü>e und ven Luſtgarten,
den Dom und die Königſtraße abſperrvten., Den
Paſſanten erklärten die Mannſchaften, man möne
möglichſt ſchnellt die abgeſperrten Vezirke räumen,
da es nicht unwahrſchrinlich ſei, daß fic) ein Gefecht
ensſpinneun werde« Neugſtlich flücßbeten M.axuer,
Frauon und Kinder in bie nächſten Seitenſtraßen.

Dann zogen die Matroſen, etwa 609 bis 709
Wann, vor die Kommanvantur und nahmen dort
Aufſtellung. Eines der Mitglieder des Soldaten»
rates der Abteilung 3 hielt eine AUnſvrache, in ver
er betonte, daß jeder nur danu ſchießen ſolle, wenn
mau angegriffen würde. Inzwiſczen hatte man in
dor Nowmmandantnxr Maßvegein ergriffen, um die
Matroſen zu zerſtreuen. Auf Veranlaſſung des
Ztadtkommandauſen wurde ver Soldateunrat, der
im Kronprinzenpalais befindlichen republilani-
fchen Soldatenwehr vou den Vorfällen benachrich»

* tigt und die im Zeughaus, in der Kommanbantur,
; in der Bibliothek und im Palais Friedrich Wilhelm
befindlichen GSicherheitsgarven herbeigerufen. Die

Führer vbieſer Abteiiungen rückten mit den Max

ſehinengewehren ſofort auf die Straße und brachten

die Gewehre dort in *teäung, Gleichzeitig wurden
die Solbatenräte ver Berlinex Garniſon dur

Fernſprecher verſtändigt, die auf Laſtwagen fe eine

Kompagnie nach der Kommandantur in Marſch ſeß-

ten. Bevor dieſe Truppen jedoch eintrafen, hatten

die Matroſen ihr Vorhaben ſ<on erreicht, Sie

Kumaingelten die Kommanvaniuy und zehn Matro«--

fen drangen unter dem aus ver „Roten Fahne“ bes
kannten Ruf: Nieder mit Wels! in die Komman»-
dantur und nahmen Wels, Leutunaut Fiſcher und
Intendauturrat Dr. Bongarz feſt. Auf der Straße
wurden die ſo Ueberfallenen von ven Matroſen in
die Mitte genommen und der Trupp zog nun nach
dem Marſtall, Dort wurden die Feſtgenommencu
iu Gewahrſam gebracht. Ein Teil der republikani-
ſchen Sicherheitswehr ſoll, ſo wird gemeldet, die
Binden abgenommen und ſich deu aufſtändiſchen
Matroſen angeſchloſſen haben,

-. Anarchie.

Der ſchmä&hliche Zuſtand einer durch papierene Erlaſſe
gemilderten Anarchie, in dem die Reichshauptſtadt ſich ſeit
Wochen befindet, Jat geſtern ſeinen Höhepunkt erreicht. Eine
unzufriedene Truppe konnte den Reichskanzler in ſeinem
Amtsgebäude einſperren, den Stadtkommandanten und zwei
ſeiner Gehilfen kurzer Hand. verhaften. Damit iſt das Fauſt
recht proklamiert, Wenn ſol<he Zuſtände auch nur einige Stun-
den lang anhalten können, ohne daß ſich die Autorität findet,
die nachdrücklich und - mit dauerndem Erfolg dagegen ein-
ſchreitet, dann hat Deutſchland aufgehört ein Staat zu ſein.
Dann gibt es jedem Feind das Recht, deutſ<hes Land und
deutſche Menſchen zu mißhandeln. Was geſtern in Berlin
geſchehen iſt, kann nicht als ein örtlicher Zwiſchenfall be-
trachtet werden, ſondern nur als das drohendſte Symptom
des endgültigen nationalen Zuſammenbruchs,

Der ſtaatliche Neuaufbau eines Volkes iſt unmöglich ohne
eine ſtaatliche Autorität, Ihre Quelle iſt der Wille des Volkes
ſelbſt, und ſo lange dieſer niht eing-holt werden kann, muß
dieſe Autorität durch vorläufige Orzane ansgeibt werden,
die das augenbli>.ich größte Maß von Vertrauen beſihen. Die
Regierung Evert-Haaſe hat ein ſolhes vorläufiges Mandat,
Oeffentliche Kundgebungen aller Art haben es ihr unzählige
Male beſtätigt. Die Nebenrogierungen ſind jeßt beſeitigt: der
Reichskongreß der Arbeiter und Soldaten hat in offiziellen
Formen dis Miſſion der Regierung boſtätigt, und zwar gerad
in ſeiner Eigenſchaft auch als Vertretung der Soldaten.

Die vorläufige Volksvegierung beißt alſo nach vollem

- Recht und unter ausdrüdlicher Zuſtimmung der weiteſten

und an der Revolution am ummittolbarſten beteiligten Volks»
kreiſe alle Autorität zur Aufrechterhaltung und Sicherung des
ſtaatlichen Lovbens, Die geſtrigen Vorfälle ſind aljo.nur da-
durch zu erkläven, daß die Regirumg von den ihr zur Ver«
fügung ſtehenden Mitteln bisher nicht den pflichtgemäßen
Gebvauch gemacht hat. Mit iyvem Mandat hat die Regieo
rung die Pflicht übernommen, gegen jsdes Attentat auf das
ſtaatliche Leben dex Nation katkräftkg einzugreifen, und jeder-
zeit durch ſofortiges Handeln ihren Anovonungen unbedingte
Wirkſamkeit zu verſ<aſfen, Anſtatt deſſen hat die Regie»
rung wochenlang mit Bitten und Drohungen regiert, -die
Drohungen aber nie verwirkliß<t, Sie hat dadnu' ) ihre not-
wendige Autorität untergraben, den Glauben an ihre Hand«
lungsfähigkeit erſchüttert, den Sang zur Selbſthilfe gerodezu
gezüchtet. Sieht ſie jeht immer nod nicht ein, daß ſie damit
jede ſtaatliche Opdnung in Frage zu ſtellen hilft?

Pon der unmittelbaren Bedrohtarg jedes einze:nen, die ſich
aus ſolchen Verhältniſſon ergibt, ſo! hier garnicht die Rede

ſein. Hier handelt es ji) darum, daß ein Trupp Bewaffneter

in Verlin die NReichsregierung la9m legen kann. Wenn es
überhaupt noch eine Zukunft des deutſ<en Volkes geben ſoll,
dann muß dieſem unerhörien Zuſtand ſofort ein Ende bereitet
werden. .

Die Volksbeauftraaten, auf deren Schultern die ganze
Berantwortung dafür ruht, haben ſich jeht zu entſcheiden, ob
ſie geſonnen ſind, ſich noh länger als Regierung zu betrachten
oder niht. Sind ſie es, dann muß Deutſ<Hland heuie noch er-
fahren, daß der Anarc<hie und dem drohenden Kampf aller
gegen alle durch unbedingt Auvertüſſige und wirkſames Maß»
nahmen ein Ende bereitet grben iſt,

Die Garde rückt an!

Wie wir uoch erfahren, rückten vor der Reichskanzlet gegen 8 Uhr
abend, vom Weſten kommend, große Truppenteile der Gardereſerve
an, die im Grunewald einqaurtiert ſind. Die Truppen führten Ma»
ſchinengewehre und auch Geſchüße mit ſich und pſienzten die Ge»
ſejühße gegenüber der Reichskanzlei in der Wilhelmſtraße auf. Die
Wilhelmſtraße ſelbſt wurde vom Wilhelmspaß und Unter den Lin-
den her durch eine Kette von Poſten nnd durch Makhinengewehra
abgeſperrt, Die Garde war, wie es bieß, gernfen worden, um die
Regierung, die von den Matrojen feſtgeſeht war, zu befreien, Die
Truppen ſtanden unter der Leitung des Oberften Tichirſchky. Der
Oberſt und die Stabsofſiziere begaben ſich in die Reichskanzei, wo
lange Verhandlungen über die zu treffeaden Maßnahmen ſtatte
fanden, ;

Im Garien der Reichskanzlei hatten die Matroſen Anfſrellung
genommen,

Nachtem ſich die Verhandlungen ſchon ſtundenlang hittgezogen
Hatten, erſchien der Volksbeauſiregte Barth, um das Wort au bie
Soldaten. und Matroſen zu Lichten. Er verlangte zuerſt, daß die

Bajcnette von den Gewehren geacmmen würden, aber ein Offizien

trat ihm entgegen, der ihn ragte, wer er ſi, und als fich Barth als
Volksbeauftrogter zu erkennen gegeben hatte, ihm erklärte, daß dex
Befehl be Abnahme der Vajonette uux von dem Major, ber 'den
Befehl zum Aufpflanzen gegeben hätte, entgegengenommen werden
würde.

Barth, der eine ſeiner üblichen Neden hielt, fand nicht den
Belfall, der fhn fonft von ſeinem Publikum bereitet wird, Ex
kam ſchließlich vor das Gitter auf die Straße und ſprach weiter,
oft unterbrochen von Zwiſchenrufen und Fragen, Scließlic er»
tönten einzelne Nufe uac<ß Ebert, Barth verſuchte, immer davon
abzulenken, erzählte von dex Not der Zeit, und daß die Neglerung
doh aus fec<s Volksbeauftragten beſtünde, aber die Soldaten ließen
fich nicht irre niachen, fie verlangten ſtürmiſch, daß Erbert erſcheine
und zu ihnen rede, Ebort kam denn auch, Als er erſchien, ſchwang,
vor ihm gehend, ein Maſox einen ſchriſtlicßen Beſch und rief:
„Dier iſt der von der Regkerung unterſchriebene Befehl, daß alle
Txuppen und au <die Matrofeu abzurü>en haben.“ Ebert hlelt
nun eine Anſprache, in der er etwa ſolgendes ſagte:

„Es haben p% hente eine Reihe bedauerlicher Vorkommniſſe
abgeſpielt. Die Neglerung war eine zeitlang feſtgeſezt, die

Telephonzentrale war von Matroſen beſeßt. Sclicſlich iſt &s

gelungen, wilt ben Matrocen bine Vereinbarung zu treffen. Die
Matroſ2nwache verläßt noch heute das Haus. Es ift auch
vereinbart, daß die übrigen Soldaten abziehen, das Haus wird
vollkommen von Wilitär und Matrofen geräumt, Es iſt ſovieb
Blut gefloßen, laßt ni<t noch mehr Blut fließen, Bitte halien
Sie fich am die getroffenen Vereinbarungen.“

Darauſhin ein Nuf aus der Soldatenmenge: „Wer garantiert
uns dafiir, daß die Matroſen abziehen? -

Ebert? „I< garantkere und werde den Abzug der Mairoſen
uoch perſönlich verkünden,"

Daraufhin gingen wieder alle Volksbeauftragten 8a< dem
Saufe zurü&, die Stabsoffiziere und die Vertreter dex Matroſen
folgten, und man niachte fich ſchließlich noch nochmaligen Verjand»
lungen daran die Maſchinengewehre der Matrofen anf die Laſt»
wogen zu packen, die Geſchäße an.die Proßen zu ſpannen und ſich
ſür den Seimweg vorzubereiten,

Echließlich wollten bie Vratroſeit aber boch nicht zuer& abzichen
und verlangten, daß gemeinſcm einer uach rechts und einer nach
Ilinfs zu gleicher Zeit abmarſchiere. Ebert mußte nochmals auß
die Straße kommeu, hielt noc in glelcem Sinne wie vorher

eine Nede, betonte, daß die Regierung ihre „volle Handlungs» *

freiheit wiedercrlangt“ habe und bat und mahnte zu ſriedlichem
Anseinandergehen. Gegen 10% Uhr löſte ſich dann das Feidlagen
vor der Reichskanzlei anſ, ; ;

Zum Verſtändnis der Vorgeſ<<te ſei daran erinnert, doß
bereits ſeit längerer Zeit ernſte Klagen lber Diſziplinloſigtciten
bei der „Volksmariny-Div.ſion“ laut geworden waren, Dieſe war
daraus entſtanden, daß in den erſten Tagen der Revolution 050

SLR SSS ba HA Ii an ei bo

Letzte Seite:

print(recognized_pages[-1])
Hide code cell output
Prägelfzenen im Arbeiterrat. | Bas aett Sara 0a

Tin Zwiſchenrufer verlept und hinausgeworfen.

Der weitere Verlauf der geſtr:gen Vollſiyung der Groß-Berliner
Adbeiterräte geſtaliete ſieh im höchſten Grade unerfreulich, Herr
Richard Müller ſprach über die „Reichstagung der Arbeiter-
pw Goldaten»Räte ganz im Ginne der „Noten Fahne“. Als er
ſagte, es habe auf dem Kongreß nicht die geringſte revolutionäre
Luft geherrſcht, erfolgte der Zwiſchenruf: „Gott [ei Dank!“
Bena man ſich an die Zwiſchenrufe erinnert, die von den Anhän«
gern Müllers gegen die Mehrheit des Reichskongreſſes gerichtet
warrden, ſo hätte man erwarten können, daß ein ſolcher Ausruf,
der offenbar nur beſagen ſollte, daß eine „revolutionäre Luft“ im
Einne eines Richard Müller alles andere als ein Glü> wäre, auch
von Andersdenkenden, zum mindeſten ruhig hingenommen werde.
Statt deſſen entſtand eine geradezu beſchämende Szene, Zehn
Minuten lang herrſchte tobender Lärm, und ſchließli< wurde der
Bwiſchenrufer, der Oberpoſtſekretär Hö hne aus Friedenau tät»
Ih angegriffen, förperlich verlegt und aus dem Gaal hinaus-
geworfen, wobei jhm ſeine Legitimationskarte als Arbeiterrat ent-
riſſen wurde,

Nach dieſer Szene, gegen die von einem Teile der Berſammlung
- Fofort proteſtiert wurde, fuhr Richard Müller fort, von den Er-
Zungen aften der Revolution zu ſprechen, wie er ſie auffaßt.
Er bezel<mete die Streiks als die erſten Wellen der „kommen-
Hen zweiten Revolution“, und er deutete an, daß gegen die Na-
Honatverſammlung, wenn ſie die Näte zu einer bloßen Dekoration

rabwürdigen ſollte, die „geeignete9 Mittel“ ergriffen würden.

avon, daß der Weg zur Nationalyerſammlung „nur über ſeine
Leiche gehe“, ſprac) Herr Müller diesmal nicht.

Nach dem Schluß des Refcvats erhob Lehrer [Agel (Domo»
krat) Proteſt gegen die Behandlung Höhnes. Auf die Anfrage
Müllers, ob Höhne noh im le ſei, wurde ihm mitgeteilt, dieſer

be infolge der erhaltenen Verleßungen ſi ur Unfallſtation

eben müſſen. Dr. Ihiele (Demokrat) ete feſt, daß ein
Redztsbruch erfolgt ſei. Lüdemann (Soz.) erklärte, der Vor-
nd habe die Verpflichtung, dem zu Unrecht gewaltſam ent-
enten „Mitgliede ſein Bedauern ausguſpreckhen. Im weiteren
rlauf der Auseinanderſezung gab es neue Gewalttätigkeiten.
Lüdemann eilte auf die Bithne, um ein Mißverſtändnis aufzu-
Hären. Das veranlaßte den am Vorſtandstiſche ſißenden Voll»
ugsratsemitglied Wegmann (U. Sog.), nun in die Hand-
Jung einzugreifen. Er wpriugt auf, zam Lüdemann
an der Bruſt, ftößt ihn die Bühne und die
erſten Stufen der Treppe hinunter. Unten wird Lüdemann
von einipen Unabhängigen in Empfang genommen, die zu
Tätlichkeiten hinreißen en. Das war das Signal zu einem
- neuen geradezu ungeheuerlichen Lärm. Unter Rufen: Vergewalti«
ng! Nieder mit den Unabhängigen! Runter mit Wegmann!
Sat den Lilmmel! verſuchten die Mehrheitsſozialiſten die Bühng

u ſtürmen und nun ihrerſeits Wegmann hinauszuwerfen. Unab»

ängige und Mehrheitsſozialiſten drangen erregt aufeinander ein,
Wobei es Tiſchen und Stühlen zum Tei recht ſhlecht ging. Ueber

eine Viertelſtunde tobten die deiden Parteien gegen einander.

Gechs, a<t Redner verſuchten gleichzeitig ſich Gehör & verſchaffen,
vergrößerten jedoch den Iumult immer mehr. hließlich be

ruhigten ſich die Gem! wund Wegmann mußte, dem allgemeinen
Verlangen gehorhend, , förmlich entſuld en. Es wurde dann

von der Verſammlung der Beſchluß gefaßt, daß Mitglieder nur
auf Verſammlungsdeſc<laß aus dem Gaale ent»

fernt werden können. ,

Nac einem Korreferat von Glerth ſc<lug Müller vor, die
Neuwahl zum Groß-Berliner Bollzugsrat zu --- vertagen, da
der vierte Teil der Mandate beanſtandet worden ſel. Das Voll»
azugsratsmitglied Ruſch erklärte ſeinen Austritt aus der Mehrheits»
partei, Da außerdem [H Mitglieder des Vollzugsrates in den

neuen Zentralrat ewählt worden ſind, wurde der Antrag geſtellt
den Vollzugsrat, ſo lange er noh zu tagen habe, parfſtatif
duſammenzuſeßen. N ,

Englands Vorberrichaft zur See,
Meldungdes Neuterſchen Büros,
EN London, 33. Dezember.

Der M „G<iffahrtskontrolleur Marla
19 Ttreder der ?

Deity Mail? as nüber
wies, ngvoll Über die Zukunft ber b itiſchen S- fah

aus. Ex ſagte: „Wir werden zweifellos unſere fr Vore
herrſchaft aufrecht erhalten. Es iſi ſogar mögli - doß

von gegenwärti, Mitbewerbern in gen
hren froh fein werden, die Schiffe an uns zu verkaufen, die fie
t Gauen, um uns zu verdr, Augenbli>lich werden ia drei

ängen.

aten je 500 000 Lonnen EM raum ferti; t, aber dieſe
Leiſtung muß noch vergrößert werden. 147 Einheitsſchiffe ſind in
rt, 185 weitere vom Stapel gelaufen. Unmittelbar nac<
nter; im des Waffenſtillſtandes wurde eine große Anzahl
n La elsſchiffen dur< die Kriegsmarine Freigegeben, und die
bk Oſtſee abgeſchnitten liegenden 260 000 Tonnen wurden vex«
fügbar, Eine große Flotte iſt nac< Auſtralien gefahren, um Wei«
en andere Lebensomittel zu holen, mit denen die dortigen
Bap äufe überfüllt in Zn kurzer Zeit werden wir die (ew

en elsſc<iffe, unſerem Intereſſe fahren, von
igen (SRH Hw entbinden.“

/

Engliſcher Verzicht auf Gibraltar?
r PDrabtmeldung der „Boſſiſchen Zeitung“.

(5 ac Kopenhagen, 23. Dezember.

' Boſlititen“ berichtet aus Paris: Aus Anlaß des Beſuches des
kpaniſchon Müriſterpräſtdenten Romanones in Paris ſchreibt
„Sho de Paris“: Mittoilungen aus bsſonderer engliſcher Quelle
wollen wiſſen, daß England bereit iſt, Gibraltar abzu-
Freten, weil deſſen ſtrategiſche Bedeutung durch die moderne
weitreichende Artillerie erheblich vermindert worden fei, Als
Entſchädigung foll England außer einem entſprechenden wirt-
ſchaftlichen Schadenerſaß entweder Ceuta oder einen anderen

* Punkt der marokkaniſchen Kilfte im Mittelmeer erhalten.

Ein deutſches Schitf von den Engländern
gekapert,

v Bremen, 23. Dezomber.

Dex deutſche Dampfer „Annelieſe“ c Lilbe> iſt in der
Oſtſee gekapert worden und mit engliſcher pciſenmannſchaft in
Kopenhagen eingelauſen. Das iſt der erſte Fäll der Kaperung
eines deutſchen Echiſſes in der Oſtjet ſeit Eintritt der Wafſen-
ftillſtandsverhandlungen,
N X Hamburg, 23. Dezember.

Unter den Hamburger Seeleuten hat eine Bewequng eingyſeht,

die eine Erhöhung der Entlohnung für die Ueberführung der im

Hamburger Hafen interniert 'geweſenen engliſöen Schiſje dur<h-«

mburger Gesfeute
dieſe neue Forderung

die Abfahrt der zweiten Staffel der Schiffe, von denen bereits
mehrere ſich in Cuxhaven befinden, verhindert worden. In -
burg hat der Arbeiter- und Soldatenrat die Sache -:in die Hand
enommen, doch ſchweben auc Verhandlungen mit der Reichs-
fhiffahrtsfielle n Berlin.

Der Ausbay der Erbſchaftsſteiter.

Steuerliche Bevorzugung der Kriegsanleihe.

Zu den Finauzplänen des Neichsſchazamtes gehBrt
auch der Ansbau der Erbſchaftsfteuer, Bei der Be-
meſſuttg der Steuerſäte ſoll nicht nur das Vermögen
des Erben, ſondern auch der Beſitz des Erblaſſers an
Kriegdanleihe berüfichtigt werden. Erbſchaften, die
bis zu einem beftiminten Teil aus Kriegsanleihe be-

ſtehen, ſollen ſteuerlich bevorzugt werbveu. Voraus- .

ſetzung iſt allerdings, daß die in Frage kommenden
Kriegsanleihen von dem Erblaſſer auf vem Zeichnungs-
wege oder während des Krieges erworben worven find.

NMalaryks welipolitiſche Anſichten,

Drahtmeldung der „Voſſiſchen Zeitung“,
Prag, 232. Dezember.

Im weiteren Bevlaufe ſeiner Anſprache beim Empfang der
Nationalverſammlung tkderen erſten Teil, ſeine Ausführungen über
DeutſchBöhgmen, die „Voſſiſche Zeitung“ geſtern abend veröffentlicht
hat) ſagte Maſaryk, der Präſident der tſchecho-ſlowokiſchen Re-
publik, weiter: N EE

„Unſer Verhältnis zu Deutſchland werden wir nach
jener Politik regeln, die Deutſchland uns gegenüber
anbahnen wird, . Wir werden uns korrekt verhalten.
Wir wünſchen, daß die Niederlage ves preußiſchen,
Militarismus ein Sieg des deutſchen Volkes werde.
Wir wünſcheu, daß das deutſche Volk ſich“angewBhnt,.
ſich auf die eigene nativnale Kraft zu beſchränlen, daß
es der Eroberungsſucht entſage "und ſeine großen
Kräfte um Fähigkeiten der internationalen Organi»
ſation der Völker und der Menſchheit widme, Es gibt
viel höhere Ziele als das Allventſchtum“

„Unſer Berhältnis zu 'den Verbündeten wird nicht nur ein
politiſches ſein, ee ſ&on wirtſchoftliche und finanzielle Be-

hungen mit einflußreichen Faktoren in Amerika England und

rankr, angeknüp| ekamen eine finanzielle Hilfe in
Vereinigten Staaten zugeſichert.“ : gü
aryk? be; -als den eigentl] we des Krieges
und4 is Grlben die REER at Ta4 ;

Friedens die Reor an on Oſteuropas
und überhaupt dte Löſung des Ein chen Problems. x betonte:
„Nun beginnt die poſitive Aufgabe der Reo ſierung Europas
und der Menſchheit überhaupt. Bismar>s Wort, wer Herr
von Böhmen ſei, der ſei auß Herr von Europa bezeichnete die
beſondere Etelle des tſ hen Bolkes, deſſen leg augleich der
Sieg aller kleinen Böiker, von Deutſchland und Oeſterrei
Ungarn bedroht wurden, ift." Maßfaryk ſchilderte dann den Verſuch,
in Amerika eine Union der mitteleuropäiſchen

Völker zu bilden, wofür zwölf Völker gewonnen wurden;
und wies darauf hin, dieſe Vereinigung dür die Unterſtüßung
Her mitielonro iſchen Bölker zum großen Werde viel beitragen
werde. '

Weiter Mafaryk: Die Tſchechoſlowaken, Rumänen und
u elaar aalen Tn Gion 100783 Hana ds
Mm e zw! en awen un; nR alienern
ſchlichtet würden == un? 's beſteht Hoffnung Hierfür ==, dann

würde der Pangerwanis.cus Mitteleuropas durch eine "Bogens

ſeitige Annä| der Staaten von der Oſtfee bis zur Adria und
weiter Über die Eehweiz bis Frankreich erjeht werden. Das wäre
ein ſtarker Wall gegen die Deutſchen, ſolange dieſe

ihrem Eroberungsdrang nach Oſten nicht entſagen, und zugleid
n Gauß für Nußl and, das auf dieſe Weiſe von Deutſch!
getrennt wiirde, Und ein ſtarkes föderatives Rußland braucht
wehe davon, daß die Auffen 1 ane Dilfe- der Verbündeten
werden helfen können,"

Die neue ukrainiſche Regierung.

Kiew, 23. Dezember.

Dei Blättern. zufolge ſprechen ſie die ukrainiſchen Parteien da-
«aus, da! job rtätotium als oberſte Gewalt bleibt und
eine Mitgl in das Kabitielt richt eintreten. Die Mehrzahl
Kabinettsmitglieder werde ſozialvemokratiſch ſein.

Die Soxztalrevolutionäre erhalten das Ackerbauminiſterium und
einige andeve Poſten. Die Sozialſördevoliſten nahmen Rabl-
nett nicht teil, Die au € Politik wird vom DirRtorium
ſelbt geleitet werden. 8m er des Mniſteriums des Aus»

wäl wurde der Vorſipende des Novolulionären Milttär-Aus»
ſchuſſes, Tſcheſ<ewsk!l, ernanzt. Er ſoll lediglich ausfilhe,
rendes Organ ſein. Die Parteien wimſchen ſämtlich die beſchleu“

€ Einberufu eines allukrainiſchen Nattonalkongreſſes.
EE SIT pweichnet als Vorſihender des Direktoriums,
Petlſura als Oberadainan der Truppen der Volkorepublik.

Prinz Konrad zu Bohentobe-Schitiingstürit +
Drahtmeldung der „Voſſiſchen Zeitung“.
) ; 1 Wien, W. Dezember.
Geſtern ftarb plößlich auf der Zagd in Stetermark infolge G<lag-
anfalls der frühere öſterreichiſche Miniſterpräſident Prinz Kon»
rad zu Hohenlohoe-Shillingsfürft, den mon als Be-
dirkshauptmann in Zepliß, wo er ſich für die Intereſſen der Ar»

beiter einſeßte, den roten Prinzen nannte, der dann als leidender
Präſident in der Bukowina ein fortſchrittliches Rogime führde, als

Statthalter in Trieſt, mit der Ausweiſung unliebſamer Ztalliener |.

betraut, in Rom Wat erregte. Nach dem Sturze des Winiſierilums
Gautſch wurde er Miniſterpräſident, um bereits nach einem Monat,
als Kaiſer Franz Zoſeph den Ungorn über ſeinen Kopf hinweg Zoll-
zugeſtändniſſe machte, zurüdzutreten. Zm Kabinett Stürgt) war
er Miniſter des Innern und ſ<ließlih Finanzminiſter. Als Kaiſer
Karl, deſſen Bruder, Erzherzog Max, eine Tochter des Prinzen
geheiratete hat, Konrad von Hohenlohe zum Oberſthoimeiſter er»
nannte, !nüpfte man daran hohe Erwartungen, die aber wegen
des leidenden Zuſiandes des Prinzen unerſüllt blicben.

Deutſche Militärnrlaubox in der neutralen Zone, In

* ber Volſiganz der Internationalen Wafſenſtillſtandskoarmiſſion

wurde betannt gegeben, daß nict entlaſſene Militärperſonen in
die yeutrale Zone benrlaudt werden Bnnen, went ihre Angehörte,
gen dort wohnen und wenn ſie keine Waffen bei ſieh führen,

. etad,

4 in Krediten den Verbiindeten eingeräumt hai,

Handelstell,

Verantwortlicher Keuakteur: G60rg Müneb, Berfk

Manzreld'sche Kupferachlefer bauende OG:
werkzschaſft in Elzleben, Die außerordentliche Gewurken»
verganunlung erklärte eich mit dem Ankauf pwoler Gitter zwecks
Beoaslti der Bergechädenansprüche elnastimninig einverstan»
den. Der Vorgitzgende teilts mit, daß, nachdem aich das Er-
Zobnls für 1918 jetzt übergehen laese, die Deputation beschloa:en
habs, für 1918 eine Ausbente voD wieder 80 M. zu verteillengy
außerdem zollen unter Auflözung der Auabeuterülicklagse, die
jetzt zwecklos geworden zei, ein Bonus von 30 M. ausger
Bechtel werden. Die Auszahlung golle ab 7. Januar 1919 ev
folgen. Abgesehen von dem Kohlenmangel, der jetzt und In
Zukunft die Einlegung von Felorschichien notwendig mache,
führe die verminderte Arbeltsaleisetung auch zu elbem Rückgang
der Förderung. Weiterhin hätten die Mateorialkoaten, Löhne
und Gehälter einen Umfang angenommen, den niemand voraug-
geachen hätte, z. B. pelen 1915 bai 22 000 Arbeitern 31 Mitt, M.,
1916 bei 23 00) Arbeitern 41.5 Mill, M, 1917 bai 23 200 Arbeitern
43.75 Mill, M. und 1918 bei 22 800 Arbeitern 64 Mill. M. an
Löhnen gezahlt worden. Für 1919 würden nach den blaber!gen
Leistungen 641wa 70 Millionen M. an Löhnen zu
zahlon geien. Diese Steigerungen könnten nur ertragen w6r-
den, wenn entaprechende Kupferpreise erzielt würden, der Be-
trieb ungestört bleibe und die Arbeltlsleigtungen wieder normal
würden. Diess Faktoren müßten Hand in Hand gehen, zumal
mit einem Sinken der Kupfeorpreies gerachnet
werden misse. Jedenfalls ztehs die Gewerksol vor folgen
Bchweren Entschlüagen. Wenn die Einnahmen die Ausgaben
nicht mehr denkten, könne keln Staat, keine Comelinde und kein
Unternehmen bestehen. Die Gewerkachafi trete In das Jahr
1919 mit Bofürchtungen ein, die, wenn nicht das normals deutache
Wirtgohaftaloben wieder die Oberhand gewönns, unitberzekbar
gelen,

Eine Preizerhöühung im Berliner Platzkohlen:
handel oll, im Einklaog mit der Erhöhung der Grubenpreize,
Rlobald vorgenommen werden. Die Preizerhöhung wird hier von
zaßgodender Seite auf 144 M. für den Zentner geschätzt, Eine 56
erhebliche Erhöhung eei notwendig, niebt nur 3m Binbilck auf die
Erböhnag der Gruhenpreies, aondern anch Infolge, der atarken IEy-
böhung der Eigenbahntarife, der Schiffsfrachten, dar verkürzten
Arbe:iezeit und der erneuten Lohnforderungen der Arbeiter.

Düszelidorfor Efzenhltittengesellschaft. Die G.-V., !z
der 614 Stimmen vertreten waren, erklärte eine Div:dende von 16
Prozent, ab 2. Janvar enhlbar. Die Verwaltung tei:te mit, daß men
In der Lage gewessn wäre, windostenn 20 pCt. Dividende (wio im
Vorjahre) zu verteilen, os geleu aber gehr bohe Rtickatellungen für
Kriegsgewinnstouer notwendig geweeen, die nicht wanlger als 843 364
Mark erfordert h&tten. Neugewählt in don Aufsichterat wurdes Btzv
germeoiater Haumann und Fahrlkbeeitzer Adrian in Köln gewie Haupt.
wann A. Sonnenberg In Düeasldorf. "

Rheſinfache A.-G. für Braunkohlenbergbau vad
Brikettfabrikation in Köln, In dem Proppekt über die zum
Berliner Börgonhandel zugelasgenen 8 Mill, M. neuen Aktion be«
merkt die Verwaitung, daß die Ergebuiene der eraton eieben Monate
dos laufenden Gerochiäfiniahres zufriedenstellend geweren
Vober den vorauseichtlichen wolteren "Verlauf J4ßt doh mit
Rtekaioht anf die Inzwigchen eingetretenen Erdpelaee nlobts 88202
Für 1017/18 hatte das Unternehmen 14 pCt Dividonds verteilt.

A.*G. für Garnfabrikation in Liqu- in Berlin. Die

ordentlichs G.-V. genehm! die Liquidationarechnungen für 1914,
für 1816, für 1916 und 1917 powie ds Liquidstione.
80hlußroechnung vom 23, Dezowb: 318, tür 1914 ereab

Stich oin Varus! von 1838178 M,, der 6... am 22. Derembar 19818
auf 1975496 M. erhöhte. Aus dem Vorlust ergibt leb. daß Dioht
nur das gevaämts Aktienkapital von 1580000: M, ver»
loren iat, aonrdern daß noch guegefnllen aind 36600 M.
Nypotbekeon, 10.097 M, Akveopte und 97.3298 M. Oläub'gerfordurungen«
Die Geeallachaft iat veinerzeit von Carl Neuburger“ gogritndet worden.

Bedburger Wolltndpstrie A.-G, In dam Proapokt über
dig, vum Börgenbands] zugelzesgonen 3 Mil, M, Aktien wird u. a. mit-
geteilt, daß dor Abzatz In den erston 10 Monzaien das laufendon Oer
achäftsjahres rund 7) pCt. des Umeatres in der glejohen Zeit des Vor»
Jahres betragen hat, Die Ergebniass des laufenden Gotohäfigjahres
alnd befriedigend, Das Unternehmen iet vollrtändig auf Friedens-
betrieb und Friedenswaroe umgeatellt, Mit Anftricen
upd Materlal lat die Geeellschaft noch für mehrere Monate verzorgt,

Die dentzchen Versicherungsgezellzchaften hatien
bleher ein Abkommen, nach dem els 90 pCt, alter Kaokoveraloberungen
in Bertin veraichern konnten, Diezes Abkommen Int geetern von
Borlin gektindigt worden,

Dividerdenabzehläge, Von 97, Dezember 4. J. ab werden -
Böhmleches Drauhaus Aktien (10 pCt), Dortmunder
Aktleon-Brauerei Aktien (20 pCt), Dttaseldorfer Höfel+
Brauerei Aktien (8 pCt), Sobwabendräu Aktion (10 pCt),
Runteorsatein Braverei Aktien (10 yCt.), Loewenbrauere
Dortmund Axton (10 PCt.), Deptechs Babhoook & Wileoexr
Aktien (174 pOt.), Magdoburger Mühlenwerke Aktien
(10 pCt), Malmedt . 8 0 Anten (18 HORN wiren Due

erie en POL), auszahl ew. anantellecdeln
für 1917/18 an hiesloger Börze gehandelt und notiert,

Wien, 23. Deromber. (Draluimeldung,) Die un Aut
faeanug, von der die Böreas achon In den letzten Tagen baherranht
wurde, machts gloh beu! in vorechärftem Maßoa geltend, Voeratin:
mond wirkten neben den allgemeinen mißiichen wirteohaftlichen uw
Hnanziellen Verkältnlägen Gerüchte über Schwierſgkeiten bei der Ab.
rechnung der Forderungen für. Heereslieferungen, wodureh nament
Uch Skoda-Aktion In Mitio:demschaft “ gezogen wurden, woe, er
Orlentwerte unter Gertichten iiber die finanzielle Lage dar Turk
zu leiden batten. Auch im Bchrankenverkehr war echwachs Grung. |
Stimmung vorherrachead, nur am Rentenmarkt zeigte aloh wieder Nach»
frage; Notenronten erhöhten ihren Kura um 3 pCt,

Amerikantzche Finanzen, Im leizten Rundschreiben
Quaranty Trost, New York, findet aich folgende Bielle: Infolge Tie
Krivges fat die Vourschvidung der Verefnigien Staaten izn Au: lande
von rund 800 000 000 Pfd. Bterl, um mindeatens 600 000 000 Pfd. 8terk
herabgomindert worden. Dancben haben Privatkap'ta'iatem wwiachen
300 und 400 Millionen Pfd. 8tarl, an ans!ändleche Regliorungen anus-
Kelichen, während üneare Regierung tiber 1600.000 009 Pfd. Bterk
Die jübrliebs Ver»
„zimatng dieser VerschulJdung en uns wird elch Lar moöbr als
80 000 000 Pfd, Bterl, ho'nufen, und es iet anzunehmen, daß die pri
vaten Kreditoren vorrat nioht anf Rüekuvahlung be
eiobep werden, aolange die Zipezahlungen regelmäßig erfolgen.

New York, 21. Dezeober. (Eigens Kaboimoldung. ;
Loni aas Bau Vranocivneo Eiaonbahn verkaufs ; 1050008
p' oten. Y :

Toderfall. Am 18, 4. vörzchied der 1 |
vorölizende der J, Brüniog & Sobn A.4. in pete tekag er betur]
Notnr. Brain oharmaliger Teilhaber der weit 148 besirdenden,
1898 In elne Akliengegel!achaft umgewandelten . Firma Bleieden Na»

mens, die in d; 1:
elan v ier Holzwarenindustrie eine hervorragende Nong vin
N emwentenenmnmeneun

Neneröflnete Konkurve,
 K. = Eröfuvvgetermiv A = 4Ablau! des Anmeldefriet,
P = Prifuhoatarmin.

GuV. zs GISnbiger- Vernammlung

ebruder Rogouberg Hatagur! K . 1,30 1
Richard Schroeder Kleinholde [kBnlgebergll j18, 1 |16. 3.
? bol Nou : t
/ 'haugen
Ewll Rleb, Mehner Limbach JUmbach, 117.12 31. 1. [
Kmil Reiff Span: ee 19.12.117, |
mil Re! pandar Spandau 12.117, 3 18, 1,138, 1.
GGoitl -b Wepbermeyer |Heter- Siutig.rt: f17 18,13, | 92, L
; N fingen. | Cann-tatt |

ONEEÜTENEEEESNEAETEEEEREEEEEETEEEETEENTT EEE Dr ERINNERE ERNENNEN
(Höetzuv eine By fuge)
Verlin.

Berantwortlich für die Anzeigen: Kor| Radtoff
Dru> und Verlag: Ullſtein & Co, Berlin,

vr Ä DI:

Keines dieser Ergebnisse sieht besonders gut aus (hauptsächlich aufgrund der Scan-Qualität und allgemeiner Herausforderungen bei der Arbeit mit alten Zeitungen). In den nächsten Abschnitten werden wir lernen, wie man

  • a) die OCR-Qualität misst

  • b) die Qualität in der OCR-Nachkorrekturphase verbessert

Um die OCR-Funktion auf einer anderen PDF-Datei auszuführen, müssen Sie in der obigen Zeile einen Dateipfad dazu angeben: sample_pdf_path = Path('/path/to/your.pdf').

4.4.7. (Advanced) Verarbeitung des gesamten Korpus von PDFs mit derselben OCR-Engine #

Der untenstehende Code verarbeitet alle Dateien im Ordner '../data/pdf', die die Endung ‘.pdf’ haben, und speichert die Ergebnisse dann im Ordner '../data/txt' (die Dateinamen bleiben gleich, aber mit der Endung ‘.txt’ anstelle von ‘.pdf’). WARNUNG: Bei einer großen Anzahl (>5) von PDFs wird dies viel Zeit in Anspruch nehmen.

Hide code cell content
# 🚀 Create txt directory path
corpus_dir = Path("../data/txt")
if not corpus_dir.exists():
    corpus_dir.mkdir(parents=True)
pathpdf = Path('../data/pdf')
pathtxt = Path('../data/txt')
for filename in tqdm(pathpdf.iterdir()):
    if filename.suffix == '.pdf':
        converted_pdf = convert_from_path(filename, use_cropbox=True)
        output_path = pathtxt / filename.stem 
        output_path = output_path.with_suffix('.txt')
        with output_path.open('w') as output_txt:
            for image in converted_pdf:
                recognized = pytesseract.image_to_string(image, 
                                                         lang='frk') 
                output_txt.write(recognized)