3.2. Metadatenportale#
Im Rahmen dieser Fallstudie befassen wir uns mit der systematischen Abfrage und Nutzung von Metadaten, wie sie über das europäische Metadatenportal data.europa bereitgestellt werden. Dieses Portal bildet das Beispiel um sich mit der Datenstruktur von Datenportalen auf verschiedenen Ebenen vertraut zu machen – lokal, national und europäisch – und zu verstehen, wie Metadaten über diese Ebenen hinweg abgerufen und verarbeitet werden können.
3.2.1. Funktionsweise von Datenportalen#
Datensätze werden zunächst von Datenbereitstellern auf lokaler Ebene erfasst, etwa durch Kommunen oder Landesbehörden. Diese lokalen Datensätze werden anschließend auf landesweiten Plattformen aggregiert. In Berlin ist das die Plattform Berlin Open Data und in Brandenburg das Portal DatenAdler. Um den überregionalen Wissensaustausch zu ermöglichen, fließen die Metadaten aus den einzelnen Landesportalen in das bundesweite Portal GovData ein.
Im Rahmen der europäischen Datenintegration werden diese nationalen Daten schließlich auf der Plattform data.europa.eu bereitgestellt. Dadurch entsteht eine mehrstufige Dateninfrastruktur (s. Abb. 3.3), die es ermöglicht, Metadaten auf verschiedenen Ebenen gezielt zu suchen, zu filtern und für Forschungszwecke zu nutzen.
Fig. 3.3 Mehrstufige Dateninfrastruktur durch Plattformen verschiedener Ebenen, eigene Darstellung.#
Metadaten zu Datensätzen sind also in mehreren Portalen einsehbar, wobei zentrale Portale wie das bundesweite und das europäische, die Daten von den “unteren” Ebenen harvesten (s. Abb. 3.4). Das heißt, dass über diese Portale nicht zwangsweise ein direkter Zugriff auf die eigentlichen Datensätze möglich ist, da sie diese Daten nicht halten. Allerdings werden zunehmend nicht mehr nur die Metadaten abgefragt und somit angezeigt, welche Daten verfügbar sind, sondern zunehmend auch Links zu den Datensätzen bereitgestellt, sodass diese auch auf den zentralen Plattformen direkt von den Datenbereitstellern heruntergeladen werden können, ohne auf deren Webseite gehen zu müssen. Der Vorteil von zentralen Plattformen liegt in dem Vergleich und der Nebeneinanderstellung vergleichbarer Datensätze - beispielsweise Baumkatasterdaten aus mehreren Städten aus dem gesamten Bundesgebiet.
Fig. 3.4 Darstellung des Datenbezugs von der lokalen bis zur europäischen Ebene, Bildquelle: Open.NRW Bitte Quelle angeben; scheinbar gab es auch einen Zeitstempel (Anzahl X Daten zu Zeitpunkt X)#
3.2.2. Metadatenportale und DCAT-AP#
In Deutschland findet ein kontinuierlicher Austausch von Daten zwischen Datenbereitstellern wie Kommunen oder Bundeseinrichtungen und GovData, dem zentralen Datenportal, statt.
Um diesen Datenaustausch effizient und einheitlich zu gestalten, hat die Fachgruppe GovData im November 2016 beschlossen, den europäischen Metadatenstandard DCAT-AP als Grundlage zu verwenden. Dabei wurde eine speziell angepasste deutsche Version entwickelt: DCAT-AP.de. Diese nationale Anpassung des europäischen Standards „DCAT-AP v2.0“ wurde als einheitlicher Metadatenstandard eingeführt und ermöglicht den strukturierten Austausch von Metadaten zu öffentlichen Verwaltungsdaten in ganz Deutschland [Zedlitz et al., 2022].
Seit Anfang 2019 akzeptiert GovData ausschließlich Metadaten, die im Standard DCAT-AP.de bereitgestellt werden. Mit der Einführung seines Standards hat sich DCAT-AP.de zu einem unverzichtbaren Werkzeug für die Standardisierung und Interoperabilität von Metadaten im öffentlichen Sektor entwickelt [Kirstein et al., 2019]. Es schafft die Grundlage für eine effiziente Datenbereitstellung und erleichtert den Datenaustausch zwischen verschiedenen Verwaltungsebenen und Institutionen [Barthelemy et al., 2022]. Die Einführung dieses Standards ermöglicht es, die Vielfalt der bereitgestellten Datensätze konsistent zu strukturieren und deren Auffindbarkeit sowie Nachnutzbarkeit deutlich zu verbessern.
Mittlerweile gibt es DCAT-AP.de in der Spezifikation 3.0.
Literatur
Florian Barthelemy, Michael Cochez, Iraklis Dimitriadis, Naila Karim, Nikolaos Loutas, Ioannis Magnisalis, Lina Molinas Comet, Vassilios Peristeras, and Brecht Wyns. Towards a standard-based open data ecosystem: analysis of dcat-ap use at national and european level. Electronic Government, an International Journal, 18(2):137–180, 2022. URL: https://www.inderscienceonline.com/doi/abs/10.1504/EG.2022.121856, arXiv:https://www.inderscienceonline.com/doi/pdf/10.1504/EG.2022.121856, doi:10.1504/EG.2022.121856.
Fabian Kirstein, Benjamin Dittwald, Simon Dutkowski, Yury Glikman, Sonja Schimmler, and Manfred Hauswirth. Linked data in the european data portal: a comprehensive platform for applying dcat-ap. In Ida Lindgren, Marijn Janssen, Habin Lee, Andrea Polini, Manuel Pedro Rodríguez Bolívar, Hans Jochen Scholl, and Efthimios Tambouris, editors, Electronic Government, 192–204. Cham, 2019. Springer International Publishing.
Jesper Zedlitz, Evelyn Priefer, Jörn Hauptvogel, Dominik Panic, Nils Volkening, Peter Kochmann, Christian Wittig, Antje Göldner, Christian Horn, Ludger Rinsche, Adam Kirschstein, and Sebastian Sklarß. DCAT-AP.de Konventionenhandbuch 2.0: Technische, semantische und organisatorische Konventionen für „GovData“. GovData, March 2022. Version 2.0, zuletzt geändert am 28. Februar 2022. URL: http://dcat-ap.de/def/dcatde/2.0/implRules/.