Einstellungserkennung: Datensichtung mit VIAN

4.7. Einstellungserkennung: Datensichtung mit VIAN#

Nachdem die Einstellungs-Annotationen für den Trailer zu Der geteilte Himmel automatisch durch das Jupyter Notebook erstellt wurden, ist es an der Zeit, diese mithilfe des Annotations-Tools VIAN zu sichten. Die Installation und die für unsere Sichtung notwendigen grundlegenden Funktionen von VIAN wurden bereits im Kapitel zu den technischen Grundlagen vorgestellt.

Für die Sichtung in VIAN (oder einem anderen Annotationsprogramm) wurde vom Jupyter Notebook eine .eaf-Datei erstellt, mittels derer sich die Einstellungs-Annotationen in die entsprechenden Tools importieren lassen. Die Trailer-Datei zu Der geteilte Himmel können Sie [hier (link noch einfügen)] herunterladen.

Nach dem Import können Sie nun das Ergebnis der Einstellungserkennung für Der geteilte Himmel in VIAN sichten. Mit dem Abspielen des Trailers bzw. anhand der Navigation in der Timeline werden Sie feststellen, dass die Einstellungserkennung in diesem Fall tadellos funktioniert hat. Die einzelnen nummerierten ‘Annotationsblöcke’ sind perfekt mit den Einstellungswechseln synchronisiert. Insgesamt wurden 23 Einstellungen erkannt.

Die Einstellungsannotationen nach dem Import in VIAN.

Fig. 4.15 Die Einstellungsannotationen nach dem Import in VIAN.#

Allerdings funktioniert die Erkennung mit dem Standard-Schwellenwert von 0.5 nicht für alle Trailer der Filme Konrad Wolfs fehlerlos. Um mögliche Problemstellen und fehlerhafte Erkennungen von Einstellungsübergängen zu verdeutlichen, haben wir mithilfe des selben Jupyter Notebooks nur Einstellungserkennung automatisiert Annotationen zu Trailern zu Konrad Wolfs Mama, ich lebe und Solo Sunny erstellt. Hier können sie die Trailer und die zugehörigen .eaf-Annotationsdateien für Mama, ich lebe (Link noch einfügen!) und Solo Sunny (Link noch einfügen!) herunterladen und die Ergebnisse selbst überprüfen.

Im Trailer zu Mama, ich lebe werden zu Beginn Standbilder aus anderen Produktionen Konrad Wolfs gezeigt. Hier wurde bei einem Schwellenwert von 0.5 der Übergang zwischen zwei ähnlichen Bildern innerhalb der Einstellung 12 nicht erkannt:

Der erste Fehler in Mama, ich lebe.

Fig. 4.16 Der erste Fehler in Mama, ich lebe.#

Ein weiterer Fehler im selben Trailer findet sich beim Übergang von einer Totalen in eine Nahaufnahme in der Bewegung in Einstellung 36:

Der zweite Fehler in Mama, ich lebe.

Fig. 4.17 Der zweite Fehler in Mama, ich lebe.#

Auch in die Einstellungserkennung zum Solo Sunny Trailer hat sich ein Fehler eingeschlichen. Der kurze Wechsel zu einer Einstellung am Ende von Einstellung 5 wurde nicht erkannt:

Der Fehler in Solo Sunny.

Fig. 4.18 Der Fehler in Solo Sunny.#

Es zeigt sich also, dass die Ergebnisse automatisiert erstellte Annotationen immer überprüft und ggf. ergänzt und korrigiert werden müssen. In den oben dargestellten Trailer-Beispielen ergeben sich z.B. insbesondere Probleme bei der Einstellungserkennung, wenn die aufeinander folgenden Frames unterschiedlicher Einstellungen für die Prozesse der Computer Vision eine zu große Ähnlichkeit aufweisen oder wenn Übergänge durch starke Bewegungen im Bild nicht erfasst werden.

Durch das Experimentieren mit unterschiedlichen Schwellenwerten lassen sich ggf. bessere Erkennungsergebnisse erzielen. Die mit dem Notebook bzw. Computer Vision erstellten Annotationsergebnisse werden dabei nie vollkommen fehlerfrei sein. Dennoch lassen sich Ergebnisse erzielen, die exakt genug sind, um mit ihnen weiter zu arbeiten.

Übung

Versuchen Sie, die oben aufgelisteten Fehler durch eine erneute Auswertung der Trailer mit einem anderen Schwellenwert zu beseitigen. Sie können die zusätzlichen Trailer hier herunterladen [Link folgt].