5.6. Eine Baumstatistik einfügen#

Story

Amir Weber möchte nachvollziehen, inwieweit die Art der Bäume und ihrer Umgebung das freiwillige Engagement beim Gießen beeinflussen. Nachdem Sie bereits zeitliche Muster analysiert haben, sollten Sie Ihren Blick nun auf räumliche Faktoren (Baumdichte) sowie baumartspezifische Merkmale richten.

Zweck dieser Übung

In dieser Übung sollen Sie herausfinden, ob die Baumart und räumliche Faktoren (Baumdichte) einen Einfluss auf das Engagement beim Gießen haben. Sie üben:

  • Baumarten und deren Verteilung in Bezirken statistisch zu beschreiben,

  • relative Häufigkeiten und Top-Listen (z. B. meistgegossene Arten) zu interpretieren,

  • und Baumdichte im Verhältnis zur Bezirksfläche quantitativ zu berechnen.

Nachdem Sie zuvor untersucht haben, wie Pflanzjahr und Zeitverlauf das Gießverhalten beeinflussen, richten Sie Ihren Blick nun auf räumliche und baumartspezifische Unterschiede innerhalb Berlins. Sie werden feststellen, dass die Berliner Bezirke sehr unterschiedliche Baumstrukturen aufweisen: Während einige durch eine hohe Dichte gekennzeichnet sind, dominieren in anderen nur wenige Baumgattungen. Sie überprüfen also:

  • Ob bestimmte Baumgattungen häufiger gegossen werden als andere.

  • Ob die Baumdichte das Gießverhalten beeinflusst. Amir vermutet, dass dicht bepflanzte Straßen oder Kieze das Gießverhalten begünstigen. Nach dem Motto: „Wenn ich schon meinen Baum gieße, mache ich den daneben auch gleich mit.“

Die Visualisierung soll die Verteilung der Bäume auf die Berliner Bezirke sichtbar machen und die am häufigsten gegossenen Baumarten identifizieren. Darüber hinaus dient sie der Analyse der Baumdichte im Verhältnis zur Bezirksfläche, um mögliche räumliche Muster im Engagement zu erkennen.

Dies soll weitere Erkenntnisse darüber liefern, welche strukturellen Faktoren im Stadtraum das Engagement der Gießenden möglicherweise begünstigen.

Gestapeltes Balkendiagramm

Abb. 5.10 Baumverteilung nach Bezirken und Baumgattungen. Die Abbildung zeigt die Verteilung der Bäume in den Berliner Bezirken, aufgeschlüsselt nach Baumgattungen. Die Anzahl der Bäume ist für jeden Bezirk als gestapeltes Balkendiagramm dargestellt, wobei die einzelnen Farbsegmente unterschiedliche Baumgattungen repräsentieren. Über einen Schieberegler kann die Anzahl der angezeigten, häufigsten Baumgattungen interaktiv angepasst werden, während weniger häufige Gattungen unter „Sonstige“ zusammengefasst sind. (Quelle: eigene Ausarbeitung)#

Das obenstehende Diagramm ist ein Balkendiagramm, genauer gesagt ein gestapeltes Balkendiagramm, das mehrere Informationsebenen gleichzeitig vermittelt. Der zentrale Mehrwert dieser Darstellungsform liegt darin, sowohl die Gesamtanzahl der Bäume pro Bezirk als auch deren Zusammensetzung nach Gattungen in einer einzigen Visualisierung zu vereinen. Die Balkenlänge zeigt auf einen Blick, welche Bezirke den größten Baumbestand haben, während die farbigen Segmente innerhalb jedes Balkens die Artenvielfalt und deren relative Anteile offenlegen. Dies ermöglicht direkte Vergleiche zwischen Bezirken: Nutzer:innen können nicht nur erkennen, dass Bezirk A mehr Bäume hat als Bezirk B, sondern auch, ob beide eine ähnliche Gattungsverteilung aufweisen oder ob bestimmte Arten in einzelnen Bezirken dominieren. Die Anpassung über den Schieberegler reduziert visuelle Komplexität und ermöglicht es, den Fokus je nach Fragestellung auf die häufigsten Gattungen zu legen oder eine detailliertere Aufschlüsselung zu betrachten. So macht das Balkendiagramm komplexe, mehrdimensionale Daten intuitiv erfassbar. Balkendiagramme zählen zu den etabliertesten Darstellungswerkzeugen der Datenvisualisierung. Ihre breite Anwendung in dieser Fallstudie spiegelt ihre Vielseitigkeit und Lesbarkeit wider.

Kreisdiagramm mit Anteilen der Baumgattungen am Gesamtbestand

Abb. 5.11 Verteilung der Baumgattungen. Die Abbildung zeigt die prozentuale Verteilung der Baumgattungen im Berliner Baumbestand in Form eines Kreisdiagramms. Über ein Auswahlfeld kann der betrachtete Bezirk festgelegt werden, wodurch sich die dargestellte Verteilung entsprechend anpasst. Die einzelnen Kreissegmente repräsentieren die Anteile der jeweiligen Baumgattungen am Gesamtbestand des ausgewählten Bezirks. (Quelle: eigene Ausarbeitung)#

Das obenstehende Diagramm ist ein Kreisdiagramm (auch Tortendiagramm genannt), das die prozentuale Zusammensetzung der Baumgattungen innerhalb eines Bezirks visualisiert. Der zentrale Mehrwert dieser Darstellungsform liegt in ihrer Fähigkeit, Anteile und Proportionen intuitiv erfassbar zu machen: Nutzer:innen erkennen auf einen Blick, welche Gattungen den Baumbestand dominieren und welche nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Kreisform vermittelt das Konzept des „Ganzen“ unmittelbar, denn alle Segmente zusammen ergeben 100% des Baumbestands im gewählten Bezirk. Dies erleichtert das Verständnis relativer Größenverhältnisse, etwa wenn eine Gattung ein Viertel oder die Hälfte aller Bäume ausmacht. Die interaktive Bezirksauswahl ermöglicht zudem gezielte Vergleiche: Nutzer:innen können erkunden, ob bestimmte Gattungen in verschiedenen Stadtteilen unterschiedlich stark vertreten sind. Im Gegensatz zum Balkendiagramm, das absolute Zahlen und Mengenvergleiche betont, fokussiert das Kreisdiagramm auf die innere Struktur und Diversität des Baumbestands eines einzelnen Bezirks.

Balkendiagramm entsprechend Titel mit Drop-down menü für Bezirke

Abb. 5.12 Die 10 meistgegossenen Baumgattungen. Die Abbildung zeigt die 10 meist gegossenen Baumgattungen in Berlin in Form eines horizontalen Balkendiagramms. Über ein Auswahlfeld kann der betrachtete Bezirk festgelegt werden, wodurch sich die dargestellten Werte entsprechend anpassen. Die Balken repräsentieren die absolute Anzahl gegossener Bäume je Gattung, wobei die Linde mit deutlichem Abstand an erster Stelle steht, gefolgt von Ahorn (ca. 250.000) und weiteren Gattungen mit jeweils deutlich geringeren Werten. Die x-Achse zeigt die Anzahl gegossener Bäume, die y-Achse die Baumgattungen. (Quelle: eigene Ausarbeitung)#

Vertikales Balkendiagramm dem Titel entsprechend

Abb. 5.13 Baumdichte pro km². Die Abbildung zeigt die Baumdichte pro km² in den verschiedenen Berliner Bezirken in Form eines vertikalen Balkendiagramms. Die Balken repräsentieren die jeweilige Baumdichte, wobei Friedrichshain-Kreuzberg die höchste Dichte aufweist. Die x-Achse zeigt die Bezirke, die y-Achse die Anzahl der Bäume pro km². Die Darstellung ermöglicht einen direkten Vergleich der Baumdichte zwischen den zwölf Berliner Bezirken. (Quelle: eigene Ausarbeitung)#

Was Sie beachten sollten

Nur weil bestimmte Kennzahlen in einer Analyse oder Visualisierung nicht berücksichtigt wurden, bedeutet dies nicht, dass sie für die Interpretation irrelevant sind. Für das Verständnis der oben dargestellten Abb. 5.12 ist beispielsweise eine Information zur Häufigkeit von Baumarten (wie in Abb. 5.11 dargestellt) unabdingbar. Für eine korrekte Analyse der Abb. 5.13 (Baumdichte pro km²) braucht es mindestens Hinweise zur Größe der Bezirke. Darüber hinaus könnten zusätzliche Kontextinformationen, etwa zur Bevölkerungsdichte, sinnvoll sein, um die dargestellten Werte angemessen einordnen zu können.

Betrachten Sie Datenvisualisierungen daher stets kritisch und fragen Sie sich:

  • Welche Kennzahlen wurden in die Darstellung einbezogen?

  • Welche weiteren Kennzahlen wären für das Verständnis ebenfalls relevant gewesen?

  • Welche Informationen fehlen möglicherweise zur Einordnung der Ergebnisse?

Fehlende Kontextinformationen können dazu führen, dass Zusammenhänge verzerrt oder unvollständig interpretiert werden.

Insbesondere bei der Interpretation von Datenvisualisierungen ist daher Vorsicht geboten: Lassen Sie sich nicht ausschließlich von den visuell hervorgehobenen oder dargestellten Indikatoren leiten, sondern berücksichtigen Sie auch potenziell fehlende Einflussfaktoren und Kontextinformationen.

5.6.1. Benutzeroberfläche (UI)#

Zunächst fügen Sie einen weiteren Menüpunkt zur Navigation hinzu, um den Baumstatistik-Tab zugänglich zu machen.

Navigation in der Seitenleiste
dashboardSidebar(
  sidebarMenu( id = "sidebarMenu",
    menuItem("Startseite", tabName = "start", icon = icon("home")),
    menuItem("Karte", tabName = "map", icon = icon("map")),
    menuItem("Zeitverlauf", tabName = "stats", icon = icon("bar-chart")),
    # NEU: Menüpunkt für die Baumstatistik hinzufügen
    menuItem("Baumstatistik", tabName = "engagement", icon = icon("hands-helping"))
  )
)

Inhaltsbereich: Diagramme und Filter#

Der Inhaltsbereich enthält die Diagramme sowie Filteroptionen, mit denen Nutzer:innen die Darstellung anpassen können.

Code
tabItem(
  tabName = "engagement",
  fluidRow(
    box(
      title = tagList(
        "Baumverteilung nach Bezirken (mit Baumgattungen)",
        div(
          actionButton("info_btn_bvnb", label = "", icon = icon("info-circle")),
          style = "position: absolute; right: 15px; top: 5px;"
        )
      ),
      status = "primary",
      solidHeader = TRUE,
      width = 12,
      sliderInput(
        "top_n_species",
        "Ändern Sie den Detailgrad der Auffächerung, indem Sie mit dem Schieberegler die Anzahl an Baumgattungen bestimmen (sortiert nach Häufigkeit - absteigend)",
        min = 3,
        max = 15,
        value = 8,
        step = 1
      ),
      plotOutput("tree_distribution_stacked", height = "500px")
    )
  ),
  fluidRow(
    box(
      title = tagList(
        "Verteilung der Baumgattungen",
        div(
          actionButton("info_btn_vdb", label = "", icon = icon("info-circle")),
          style = "position: absolute; right: 15px; top: 5px;"
        )
      ),
      status = "primary",
      solidHeader = TRUE,
      width = 12,
      selectInput(
        "pie_bezirk",
        "Bezirk auswählen:",
        choices = c("Alle Bezirke", sort(unique(df_merged$bezirk))),
        selected = "Alle Bezirke"
      ),
      plotOutput("tree_species_pie", height = "500px")
    ),         
    box(
      title = tagList(
        "Baumdichte pro km²",
        div(
          actionButton("info_btn_bdpf", label = "", icon = icon("info-circle")),
          style = "position: absolute; right: 15px; top: 5px;"
        )
      ),
      status = "primary",
      solidHeader = TRUE,
      width = 12,
      plotOutput("tree_density_area", height = "500px")
    )
  ),       
  fluidRow(
    box(
      title = tagList(
        "Die 10 meistgegossenen Baumgattungen",
        div(
          actionButton("info_btn_hgb", label = "", icon = icon("info-circle")),
          style = "position: absolute; right: 15px; top: 5px;"
        )
      ),
      status = "primary",
      solidHeader = TRUE,
      width = 12,
      selectInput(
        "engagement_bezirk",
        "Bezirk auswählen:",
        choices = c("Alle Bezirke", sort(unique(df_merged$bezirk))),
        selected = "Alle Bezirke"
      ),
      plotOutput("top_watered_species", height = "500px")
    )
  )
)

5.6.2. Server#

Gestapeltes Balkendiagramm: Baumverteilung nach Bezirken#

Das erste Diagramm soll zeigen, wie viele Bäume in jedem Bezirk stehen und welche Gattungen dort dominieren. Um die Visualisierung übersichtlich zu halten, konzentrieren Sie sich auf die häufigsten Baumgattungen. Alle anderen fassen Sie unter „Sonstige“ zusammen.

Code
# 1. Stacked Bar Chart - Baumverteilung mit Gattungen
  output$tree_distribution_stacked <- renderPlot({
    req(input$sidebarMenu == "engagement")
    n_gen <- input$top_n_species
    
    top_genera <- df_merged %>%
      filter(!is.na(gattung_deutsch)) %>%   
      count(gattung_deutsch, sort = TRUE) %>%
      head(n_gen) %>%
      pull(gattung_deutsch)

Daten aggregieren und gruppieren#

Jetzt bereiten Sie die Daten so auf, dass für jeden Bezirk gezählt wird, wie viele Bäume jeder Gattungsgruppe dort stehen.

Code
    df_agg <- df_merged %>%
      filter(!is.na(bezirk)) %>%  
      mutate(gattung_grouped = ifelse(gattung_deutsch %in% top_genera, gattung_deutsch, "Sonstige")) %>%
      group_by(bezirk, gattung_grouped) %>%
      summarise(count = n(), .groups = "drop") %>%
      group_by(bezirk) %>%
      mutate(percentage = count / sum(count) * 100) %>%
      ungroup()

Gestapeltes Balkendiagramm erstellen#

Mit den aggregierten Daten erstellen Sie nun das gestapelte Balkendiagramm, das die Baumverteilung nach Bezirken visualisiert.

Code
    df_agg$gattung_grouped <- factor(df_agg$gattung_grouped, 
                                     levels = c(top_genera, "Sonstige"))
    
    # "Sonstige" bekommt Grau; Rest aus globaler Palette
    n_gen <- input$top_n_species
    fill_vals <- c(colorRampPalette(GDK_PALETTE_BASE)(n_gen), "#D3D3D3")
    names(fill_vals) <- c(top_genera, "Sonstige")
    
    ggplot(df_agg, aes(x = reorder(bezirk, count, sum), y = count, fill = gattung_grouped)) +
      geom_bar(stat = "identity", position = "stack", color = "white", linewidth = 0.3) +
      scale_fill_manual(values = fill_vals, name = "Baumgattung") +
      labs(x = "Bezirk", y = "Anzahl Bäume") +
      theme_light() +
      theme(
        axis.text.x = element_text(angle = 45, hjust = 1, size = 10),
        legend.position = "right",
        panel.grid.major.x = element_blank()
      )
  })

  # Info button
  observeEvent(input$info_btn_bvnb, {
    showModal(modalDialog(
      title = "Information: Baumverteilung nach Bezirken",
      HTML("
      <p>Diese Grafik zeigt die <strong>Gesamtanzahl und Zusammensetzung der Bäume</strong> in jedem Berliner Bezirk nach Gattung.</p>
      <ul>
        <li>Jeder Balken zeigt die Gesamtzahl der Bäume im Bezirk</li>
        <li>Die Farben zeigen die verschiedenen Baumgattungen (z.B. LINDE, AHORN, EICHE)</li>
        <li>Seltene Gattungen werden als 'Sonstige' zusammengefasst</li>
        <li>Nutzen Sie den Slider, um mehr oder weniger Gattungen anzuzeigen</li>
      </ul>
    "),
      easyClose = TRUE,
      footer = modalButton("Schließen")
    ))
  })

Kreisdiagramm: Gattungsverteilung#

Das Kreisdiagramm soll die prozentuale Zusammensetzung der Baumgattungen zeigen, entweder für ganz Berlin oder für einen ausgewählten Bezirk. Diese Darstellung macht auf einen Blick deutlich, welche Gattungen dominieren.

Code
  # 2. Pie Chart - Gattungsverteilung
  output$tree_species_pie <- renderPlot({
    req(input$sidebarMenu == "engagement")
    filtered_data <- df_merged
    if (input$pie_bezirk != "Alle Bezirke") {
      filtered_data <- filtered_data %>%
        filter(bezirk == input$pie_bezirk)
    }
    
    df_agg <- filtered_data %>%
      filter(!is.na(gattung_deutsch)) %>%  
      count(gattung_deutsch, sort = TRUE) %>%
      mutate(
        gattung_grouped = ifelse(row_number() <= 10, gattung_deutsch, "Sonstige")
      ) %>%
      group_by(gattung_grouped) %>%
      summarise(count = sum(n), .groups = "drop") %>%
      arrange(desc(count)) %>%
      mutate(
        percentage = count / sum(count) * 100,
        label = paste0(gattung_grouped, "\n", round(percentage, 1), "%")
      )
    
    n_slices  <- nrow(df_agg)
    has_sonst <- "Sonstige" %in% df_agg$gattung_grouped
    n_named   <- if (has_sonst) n_slices - 1 else n_slices
    fill_vals <- c(colorRampPalette(GDK_PALETTE_BASE)(n_named),
                   if (has_sonst) "#D3D3D3" else NULL)
    names(fill_vals) <- df_agg$gattung_grouped
    
    ggplot(df_agg, aes(x = "", y = count, fill = gattung_grouped)) +
      geom_bar(stat = "identity", width = 1, color = "white", linewidth = 0.5) +
      coord_polar("y", start = 0) +
      scale_fill_manual(values = fill_vals, name = "Baumgattung") +
      labs(title = NULL) +
      theme_void() +
      theme(
        legend.position = "right",
        legend.text = element_text(size = 9)
      ) +
      geom_text(aes(label = ifelse(percentage > 3, paste0(round(percentage, 1), "%"), "")),
                position = position_stack(vjust = 0.5), color = "white",
                fontface = "bold", size = 3.5)
  })

  # Info button
  observeEvent(input$info_btn_vdb, {
    showModal(modalDialog(
      title = "Information: Verteilung der Baumgattungen",
      HTML("
      <p>Diese Grafik zeigt die <strong>prozentuale Verteilung der Baumgattungen</strong>.</p>
      <ul>
        <li>Zeigt die 10 meistgegossenen Baumgattungen (z.B. LINDE, AHORN, EICHE)</li>
        <li>Alle anderen Gattungen werden als 'Sonstige' zusammengefasst</li>
        <li>Kann auf einzelne Bezirke gefiltert werden</li>
        <li>Hilft zu verstehen, welche Gattungen in Berlin dominieren</li>
      </ul>
    "),
      easyClose = TRUE,
      footer = modalButton("Schließen")
    ))
  })

Baumdichte pro Fläche berechnen#

Um Bezirke fair vergleichen zu können, berechnen Sie die Baumdichte, also wie viele Bäume pro Quadratkilometer stehen. Ein großer Bezirk kann viele Bäume haben, aber trotzdem eine niedrige Dichte aufweisen.

Code
  # 3. Baumdichte pro Bezirksfläche
  output$tree_density_area <- renderPlot({
    req(input$sidebarMenu == "engagement")
    bezirk_flaeche <- data.frame(
      bezirk = c("Charlottenburg-Wilmersdorf", "Friedrichshain-Kreuzberg", "Lichtenberg",
                 "Marzahn-Hellersdorf", "Mitte", "Neukölln", "Pankow",
                 "Reinickendorf", "Spandau", "Steglitz-Zehlendorf",
                 "Tempelhof-Schöneberg", "Treptow-Köpenick"),
      flaeche_km2 = c(64.72, 20.16, 52.29, 61.74, 39.47, 44.93, 103.07,
                      89.46, 91.91, 102.50, 53.09, 168.42)
    )
    
    df_agg <- df_merged %>%
      filter(!is.na(bezirk)) %>%  
      group_by(bezirk) %>%
      summarise(total_trees = n_distinct(gml_id)) %>%
      ungroup() %>%
      left_join(bezirk_flaeche, by = "bezirk") %>%
      mutate(density = total_trees / flaeche_km2) %>%
      arrange(desc(density))
    
    ggplot(df_agg, aes(x = reorder(bezirk, -density), y = density, fill = bezirk)) +
      geom_bar(stat = "identity", color = "white", alpha = 0.7) +
      labs(
        title = NULL,
        x = "Bezirk",
        y = "Bäume pro km²"
      ) +
      theme_light() +
      theme(
        legend.position = "none",
        axis.text.x = element_text(angle = 45, hjust = 1, size = 10),
        panel.grid.major.x = element_blank()
      ) +
      scale_fill_discrete()
  })

  # Info button
  observeEvent(input$info_btn_bdpf, {
    showModal(modalDialog(
      title = "Information: Baumdichte pro km²",
      HTML("
      <p>Diese Grafik zeigt die <strong>Baumdichte</strong> in jedem Bezirk normalisiert auf die Fläche.</p>
      <ul>
        <li>Berechnung: Anzahl Bäume / Bezirksfläche in km²</li>
        <li>Ermöglicht fairen Vergleich zwischen großen und kleinen Bezirken</li>
        <li>Hohe Dichte = urbaner, mehr Straßenbäume</li>
        <li>Niedrige Dichte = ländlicher, mehr Wald/Parkflächen</li>
      </ul>
    "),
      easyClose = TRUE,
      footer = modalButton("Schließen")
    ))
  })

Die 10 meistgegossenen Baumgattungen#

Diese Visualisierung zeigt, welche Baumgattungen am häufigsten gegossen wurden. Das hilft zu verstehen, ob bestimmte Gattungen mehr Aufmerksamkeit erhalten, möglicherweise weil sie häufiger vorkommen oder als besonders pflegebedürftig wahrgenommen werden.

Code
  # 4. Die 10 meistgegossenen Baumgattungen
  output$top_watered_species <- renderPlot({
    req(input$sidebarMenu == "engagement")
    filtered_data <- df_merged %>%
      filter(!is.na(bewaesserungsmenge_in_liter)) 
    
    if (input$engagement_bezirk != "Alle Bezirke") {
      filtered_data <- filtered_data %>%
        filter(bezirk == input$engagement_bezirk)
    }
    
    df_agg <- filtered_data %>%
      filter(!is.na(gattung_deutsch)) %>%   
      group_by(gattunTop 10g_deutsch) %>%
      summarise(
        count = n(),
        total_water = sum(bewaesserungsmenge_in_liter, na.rm = TRUE)
      ) %>%
      ungroup() %>%
      arrange(desc(count)) %>%
      head(10)
    
    ggplot(df_agg, aes(x = reorder(gattung_deutsch, count), y = count, fill = gattung_deutsch)) +
      geom_bar(stat = "identity", color = "white", alpha = 0.7) +
      coord_flip() +
      labs(
        title = NULL,
        x = "Baumgattung",
        y = "Anzahl gegossener Bäume"
      ) +
      theme_light() +
      theme(
        legend.position = "none",
        panel.grid.major.y = element_blank()
      ) +
      scale_fill_discrete()
  })

  # Info button
  observeEvent(input$info_btn_hgb, {
    showModal(modalDialog(
      title = "Information: Die 10 meistgegossenen Baumgattungen",
      HTML("
      <p>Diese Grafik zeigt die <strong>am häufigsten gegossenen Baumgattungen</strong>.</p>
      <ul>
        <li>Nur Bäume, die tatsächlich bewässert wurden</li>
        <li>Zeigt, welche Gattungen am meisten Unterstützung erhalten</li>
        <li>Kann auf einzelne Bezirke gefiltert werden</li>
        <li>Hilft zu verstehen, welche Gattungen besondere Aufmerksamkeit bekommen</li>
      </ul>
    "),
      easyClose = TRUE,
      footer = modalButton("Schließen")
    ))
  })

5.6.3. Reflexion#

Kritische Diskussion#

Die Analyse zeigt deutlich, dass bestimmte Baumgattungen besonders oft im Berliner Baumbestand vorkommen. Ahorn, Linde und Eiche machen berlinweit gemeinsam rund 57,4 % aller Straßenbäume aus, wohingegen sich alle anderen Baumgattungen 42,6% teilen. Das bedeutet, dass viele Muster der Verteilung zwangsläufig von dieser einen Gattung geprägt werden.

Hinsichtlich des Engagements der Bürger:innen besitzen die Baumgattungen jedoch nur einen begrenzten Erklärungswert. Zwar zeigt sich, dass bestimmte Gattungen besonders häufig bewässert werden, dies steht jedoch vor allem im Zusammenhang mit ihrer allgemeinen Verbreitung im Berliner Stadtbild. Dass beispielsweise Linden besonders häufig gegossen werden, lässt sich daher in erster Linie durch ihre hohe Präsenz erklären und nicht zwangsläufig durch eine erhöhte Pflegebedürftigkeit oder besondere Beliebtheit. Die Betrachtung der Baumgattungen liefert zwar zusätzliche interessante Einblicke, trägt jedoch nur eingeschränkt dazu bei, das Bewässerungsengagement der Bürger:innen zu erklären.

Beim Vergleich der Bezirke zeigen sich deutliche Unterschiede in der Baumdichte. Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte weisen die höchsten Baumdichten pro km² auf, es handelt sich um kompakte, urbane Bezirke. Gleichzeitig besitzen Steglitz-Zehlendorf, Pankow und Marzahn-Hellersdorf die größten absoluten Baumzahlen, was vor allem auf großflächige Areale mit Mischbeständen und Gehölzflächen zurückzuführen ist.

Setzt man diese Befunde in Beziehung zu den Daten darüber, in welchen Bezirken besonders viel gegossen wurde, deutet sich ein mögliches Muster an: Die beiden Bezirke mit der höchsten Baumdichte pro Quadratkilometer weisen zugleich auch den höchsten Anteil bewässerter Bäume auf. Eine vorschnelle Schlussfolgerung könnte darin bestehen anzunehmen, dass in dichter besiedelten Bezirken wie Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte mehr Menschen auf engem Raum mit Straßenbäumen in Kontakt kommen und dadurch häufiger die Möglichkeit nutzen, diese zu bewässern. Eine solche Interpretation sollte jedoch mit größter Vorsicht betrachtet werden.

Bislang wurden lediglich zwei Variablen, nämlich Baumdichte und Anteil bewässerter Bäume, miteinander in Beziehung gesetzt. Aus diesen beiden Variablen lässt sich zwar eine Korrelation ableiten, jedoch kein kausaler Zusammenhang! Auf Grundlage der bisherigen Analyse kann daher nicht beurteilt werden, inwieweit eine hohe Baumdichte tatsächlich mit einem erhöhten Bewässerungsengagement zusammenhängt. Ebenso denkbar sind alternative Einflussfaktoren, etwa Unterschiede in der Bevölkerungsdichte, der sozialen Struktur, lokalen Initiativen oder der allgemeinen Sensibilisierung für städtische Umweltfragen.

Kernbotschaft: Die Analyse zeigt, dass das Bewässerungsengagement der Bürger:innen weniger von bestimmten Baumgattungen als eher von räumlichen und strukturellen Eigenschaften der Bezirke beeinflusst zu sein scheint. Besonders Bezirke mit hoher Baumdichte weisen tendenziell auch höhere Bewässerungsaktivitäten auf. Ob hier tatsächlich ein kausaler Zusammenhang besteht, kann durch die vorliegende Betrachtung jedoch keinesfalls belegt werden.

Übung#

Auf dieser Seite wurden mehrere Balkendiagramme sowie ein Kreisdiagramm verwendet. Beide Visualisierungsformen dienen dazu, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Werten darzustellen. Während Balkendiagramme auf einem Achsenvergleich basieren und Werte entlang einer Skala vergleichbar machen, zählt das Kreisdiagramm zu den Darstellungsformen ohne Achsenvergleich. Hier dient der Kreis beziehungsweise dessen Gesamtfläche als Bezugspunkt für die einzelnen Anteile.

Die Plattform The Data Visualization Catalogue stellt verschiedene Visualisierungsmethoden vor, die zeigen, wie Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zwischen Werten dargestellt werden können. Entdecken Sie zusätzliche Möglichkeiten zur Visualisierung solcher Vergleiche, unterteilt in Darstellungen mit und ohne Achsenvergleich.

Überlegen Sie kritisch: Präferieren Sie die hier verwendeten Visualisierungen oder würden Sie alternative Darstellungsformen wählen? Welche Argumente sprechen jeweils für oder gegen die unterschiedlichen Visualisierungsmethoden?