3.2. Dashboards#

Im vorherigen Unterkapitel haben Sie einen Überblick über grundsätzliche Aspekte zum Thema Datenvisualisierung erhalten. Dieses Unterkapitel widmet sich dem Thema Dashboards, eines besonderen Art der Visualisierung.

Story

Nachdem Dr. Amir Weber einiges über Visualisierungen und deren Manipulationsmöglichkeiten erfahren hat, wendet er sich nun Dashboards zu. Er hat erfahren, dass sie eine gute Option sind, wenn mehrere Visualisierungen zu einem Thema übersichtlich präsentiert werden sollen. Was aber können sie für Verwaltungen oder Verwaltungswissenschaften beitragen?

3.2.1. Was ist ein Dashboard?#

Der Begriff „Dashboard“ wird verwendet, um ein System zu beschreiben, das für die Entscheidungsfindung nützliche Daten visualisiert. Der Begriff „Dashboard“ wurde bereits im 19. Jahrhundert für eine Schutzwand vor Kutschen verwendet, die Schlamm abhielt, der von Pferdehufen hochgeschleudert wurde (Janes et al., 2013). Mit Beginn der Automobilproduktion wandelte sich der Begriff und das Dashboard wurde allmählich zu einer Informationstafel, die dem Fahrer den Status der verschiedenen Systeme des Autos anzeigt. Diese, auf deutsch Armaturenbrett genannte, Zusammenführung und Visualisierung verschiedener Funktionen stand dann wiederum Pate für die Ansammlungen verschiedener visualisierter Datensätze im Internet, die das Ziel haben, Nutzer:innen schnell und übersichtlich zu informieren. Daten werden in Dashboards mittels unterschiedlicher Diagrammen, Tabellen und anderen Darstellungsformen visualisiert. Um Nutzern die korrekte Interpretation eines Elements auf dem Dashboard zu ermöglichen, erlauben Dashboards typischerweise, die ursprünglichen Daten einzusehen, auf denen die Zusammenfassung basierte. Ist das so? Gibt es dafür Quellen?

Ein Dashboard zeigt nicht nur eine, sondern mehrere Visualisierungen zu gleichen oder verwandten Themen. Diese werden übersichtlich und geordnet präsentiert, damit Anwendende sich schnell einen Überblick über ein Thema verschaffen können. Ein weiteres Merkmal ist die Interaktivität von Dashboards. Häufig sind die dort zu sehenden Visualisierungen nicht bloß statische Abbildungen, sondern lassen sich durch das Verändern von Variablen (Kennzahlen oder Regler für Jahreszahlen) interaktiv verwenden und können so anschaulich Entwicklungen darstellen. Verweis/Link auf unsere interaktiven Visualisierungen einbauen, wenn vorhanden.

3.2.2. Welchen Vorteil bieten Dashboards für Public Sector Daten?#

Der wohl größte Vorteil von Veröffentlichungen von Daten als Visualisierungen auf Dashboards ist die Offenheit und Transparenz. Die z. B. von Bürger:innen erhobenen Daten werden offengelegt und in die Gesellschaft zurück kommuniziert. Dadurch entsteht ein Win-Win-Effekt: Verwaltungen machen ihre Arbeit nachvollziehbar und praktisch nutzbar, was zu positiver Wahrnehmung und Anerkennung führt und Bürger:innen erhalten aggregierte Daten, die so aufbereitet sind, dass sie leicht verständlich und nutzbar werden. Dabei reichen die Möglichkeiten von allgemeinen Informationen über den Wohnort (s. Abb. 3.1) und bis hin zu praktischen, alltagserleichternden Echtzeitdaten (s. Abb. 3.2).

Dashboards sind damit auch ein Beispiel für die Kommunikation von Ergebnissen, die aus Datenerhebungen und -analysen hervorgehen.

Neben dem Service-Gedanken, der sich vor allem auf die Nutzung durch Bürger:innen bezieht, und der Transparenz im Sinne von Open Data, ist darüber hinaus das Monitoring der Daten ein Vorteil von Dashboards. Die kompakt visualisierten Daten ermöglichen es, sich schnell einen Überblick in einerbestimmte Thematik zu verschaffen.

Für die Darstellung der vielfältigen Daten aus dem öffentlichen Sektor gibt es bereits gute Beispiele. So veröffentlicht z. B. das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg auf seiner Webseite nicht nur zahlreiche informative Grafiken, Visualisierungen und Diagramme, sondern auch mehrere Dashboards mit interaktiven Visualisierungen unter der Lizenz CC BY 3.0 bzw. Deutschland Lizenz 2023.

Ein Dashboard mit Visualisierungen zum Zensus 2022 in Berlin und Brandenburg.

Fig. 3.1 Screenshot des Dashoards zum Zensus 2022 in Berliner Bezirken vom 15.08.2025.#

Weiterführende Literatur / zusätzliche Materialien

Ein gelungenes Beispiel für die Verwendung eines Dashboards im kommunalen Kontext ist das Mobilitätsdashboard der Stadt Aachen. Dort finden Anwendende Informationen zu Parkplätzen, Ladestationen, Verkehrslage, Baustellen und vielem mehr.

Übersicht über das Mobilitätsdashboard der Stadt Aachen mit Informationen zur Verkehrslage, Baustellen, Radstationen und weiterem mehr.

Fig. 3.2 Screenshot des Mobilitätsdashoards der Stadt Aachen vom 13.08.2025.#

Schauen Sie sich dieses Dashboard in Ruhe an und erkunden Sie die Optionen, die sich in diesem Zusammenhang eröffnen.

3.2.3. Gestaltung von Dashboards#

Wo eine Visualisierung im Dashboard positioniert wird, kann Einfluss auf ihre (wahrgenommene) Bedeutung haben.

Das folgende erklärt eher, warum für unsere Thematik ein Dashboard sinnvoll ist

3.2.4. Warum sollten Verwaltungswissenschaftler:innen dieses Dashboard bauen?#

Für Verwaltungswissenschaftler:innen ist das Erstellen und Analysieren von Dashboards wie dem “Gieß-den-Kiez-Dashboard” ein nützliches Instrument, welches die Zugänglichkeit zu datengestützten Erkenntnissen erleichtern kann. . In einer zunehmend datengetriebenen Welt ermöglicht Ihnen die Datenkompetenz im Umgang mit solchen Tools, folgende zentrale Fragen zu beantworten und Ihre Forschung sowie praktische Arbeit zu bereichern: • Bürgerengagement messen und verstehen: Das Dashboard visualisiert direkt das Engagement der Bürger:innen, indem es die Anzahl gegossener Bäume anzeigt . Für die Verwaltungswissenschaft ist dies relevant, um das Ausmaß und die Verteilung von Bürgerbeteiligung an städtischen Umweltprogrammen zu analysieren. • Ressourcenmanagement und Nachhaltigkeit: Die Anzeige des verwendeten Wasservolumens ermöglicht es, den Ressourcenverbrauch im Kontext von Stadtbegrünungsinitiativen zu überwachen . Dies ist entscheidend für die Bewertung von Nachhaltigkeitsstrategien und die Optimierung des Einsatzes öffentlicher oder privater Ressourcen. • Politikbewertung und Wirkungsanalyse: Durch die Möglichkeit, Daten nach Jahr und Bezirk zu filtern, können Sie die Auswirkungen spezifischer Politikmaßnahmen oder Kampagnen über die Zeit und in verschiedenen geografischen Gebieten verfolgen . Dies unterstützt die empirische Politikforschung und die Evaluierung von Programmen. • Transparenz und Kommunikation: Dashboards bieten eine klare, zugängliche Darstellung komplexer Daten . Dies ist für die Kommunikation von Forschungsergebnissen an Entscheidungsträger, die Öffentlichkeit oder andere Stakeholder unerlässlich und fördert die Transparenz administrativer Prozesse. • Identifizierung von Handlungsbedarfen: Durch die Visualisierung von Kennzahlen können Sie schnell erkennen, in welchen Bereichen oder Zeiträumen besonderer Handlungsbedarf besteht oder wo Initiativen erfolgreich sind. Kurz gesagt: Ein Dashboard verwandelt Rohdaten in umsetzbare Informationen, die für die evidenzbasierte Gestaltung und Bewertung von Verwaltungshandeln unverzichtbar sind.

Literatur

[Janes et al., 2013]

Janes, A., Sillitti, A., & Succi, G. (2013 , jan). Effective dashboard design. Cutter IT Journal. Published in January 2013. URL: https://www.researchgate.net/publication/286996830