2.2. Operationalisierung#
Mit der im vorherigen Abschnitt 2.1. entwickelten Leitfrage soll analysiert werden, wie stark sich die Berliner:innen für die Bäume in ihrer Stadt engagieren und in welchen Bezirken dieses Engagement am höchsten ist. Da der Begriff ‘Engagement’ nicht direkt beobachtbar oder messbar ist, muss zunächst eine sogenannte Operationalisierung erfolgen, also ein Messverfahren für dieses theoretische Konzept entwickelt werden (Krautter et al., 2023).
Fig. 2.2 Bewässerung.#
Ein Beispiel für Engagement: Bewässerung mit einem Gartenschlauch, CC 0 via pxhere.
Für die Operationalisierung der Forschungsfrage (Wo lassen sich die höchsten Ausprägungen des Engagements von Bürger:innen bei der Bewässerung städtischer Bäume in Berlin feststellen?) müssen daher zwei Fragen adressiert werden:
Was bedeutet Engagement von Bürger:innen bei der Bewässerung städtischer Bäume in Berlin?
Wie kann dieses gemessen werden?
Anhand dieser beiden Fragen ensteht folgende Operationalisierung:
Operationalisierung
Als Engagement soll in dieser Fallstudie gelten, wie intensiv Berliner Bäume gegossen werden. Dies lässt sich messen, indem die Menge gegossenen Wassers in Liter als Datengrundlage herangezogen wird. Ein besonders hohes Engagement läge demnach dann vor, wenn Bäume mit vielen Litern Wasser gegossen werden. Wird in einem Bezirk mehr gegossen als in einem anderen, läge dort ein höheres Engagement vor.
Diese Operationalisierung ist wie jede wissenschaftliche Operationalisierung diskutabel. Engagement könnte zum Beispiel anders definiert oder unterschiedlich gemessen werden. Darüber hinaus ist die von Bürger:innen selbst erhobene Bewässerungsmenge nur eine bedingt verlässliche Datengrundlage.
Die Reflexion der Grenzen und Beschränkungen, die mit der eigenen Operationalisierung einhergehen, ist ebenfalls Bestandteil dieser Fallstudie. Darauf geht die abschließende Zusammenfassung und Reflexion ein.
Literatur
Krautter, B., Pichler, A., & Reiter, N. (2023). Operationalisierung. Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften – ZfdG. Working Paper 2 der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften. doi:10.17175/WP_2023_010