2.6. Resümee#
Keypoints: Forschungsdaten in der Film- und Medienwissenschaft
Was sind Forschungsdaten? Es gibt keine allgemeingültige Definition. Grundsätzlich gilt: Forschungsdaten sind sowohl Gegenstand der Forschung als auch Ergebnis eines Forschungsprozesses.
Welche Daten als Forschungsdaten gelten, hängt von der jeweiligen Forschungsfrage und wissenschaftlichen Disziplin ab.
Film- und medienwissenschaftliche Forschungsdaten umfassen sowohl audiovisuelle Primärdaten als auch daraus abgeleitete Forschungsdaten und Begleitressourcen.
Wer Forschungsdaten frühzeitig einordnet und strukturiert, schafft die Grundlage für deren Dokumentation, Nachnutzung und Publikation.
Besonderheit von Forschungsdaten in der Film- und Medienwissenschaft
Film- und medienwissenschaftliche Forschungsdaten umfassen heterogene Datentypen.
Neben audiovisuellen Primärdaten entstehen im Forschungsprozess vielfältige abgeleitete Forschungsdaten, etwa Annotationen, Metadaten, Visualisierungen oder Auswertungen.
Urheberrechtliche Rahmenbedingungen beeinflussen den Umgang mit film- und medienwissenschaftlichen Forschungsdaten maßgeblich und müssen frühzeitig geklärt werden, insbesondere wenn es um Primärdaten geht.
Keypoints: Erhebung und Nachnutzung
Forschungsdaten können durch eigene Erhebungen oder durch die Nachnutzung bestehender Datensätze gewonnen werden
Je nach technischem Erfahrungsniveau stehen unterschiedliche Verfahren zur Datenerhebung zur Verfügung – von Annotationstools über Data Dumps, APIs und SPARQL-Abfragen bis hin zu Webscraping.
Die Nachnutzung bestehender Forschungsdaten ermöglicht neue wissenschaftliche Fragestellungen, vergleichende Analysen sowie die Weiterentwicklung vorhandener Datensätze.
Voraussetzung für eine verantwortungsvolle Nachnutzung sind eine transparente Datenzitierung sowie die Berücksichtigung von Lizenzbedingungen, Herkunft und Kontext der Forschungsdaten.
Keypoints: Forschungsdatenmanagement (FDM)
Was ist der Lebenzyklus von Daten? Forschungsdatenmanagement begleitet den gesamten Forschungsdatenlebenszyklus, Forschungsprozesse sind jedoch keine linearen Aktivitäten, sondern gestalten sich dynamisch. Daher ist eine Anpassung der Phasen an den praktischen Forschungsalltag notwendig.
Leitlinien wie die FAIR-Prinzipien und die DFG-Empfehlungen unterstützen einen strukturierten, transparenten und nachhaltigen Umgang mit Forschungsdaten.
Ein Datenmanagementplan (DMP) dient als zentrales Planungs- und Dokumentationsinstrument für die Organisation, Sicherung und spätere Nachnutzung von Forschungsdaten.
In der Film- und Medienwissenschaft erfordern insbesondere die Heterogenität der Daten sowie urheberrechtliche Fragestellungen fachspezifische Strategien und Best Practices im Forschungsdatenmanagement.