Resümee

3.4. Resümee#

Keypoints: Metadaten und allgemeine Metadatenstandards

  • Metadaten beschreiben, identifizieren und strukturieren digitale Objekte und Forschungsdaten.

  • Je nach Funktion lassen sich deskriptive, administrative, strukturelle und prozessbezogene Metadaten unterscheiden, wobei sich die Kategorien in der Praxis überschneiden können.

  • Metadatenstandards legen gemeinsame Taxonomien und kontrollierte Vokabulare fest; generische Standards wie Dublin Core und DataCite unterscheiden sich dabei hinsichtlich Komplexität sowie Anwendungszweck.

  • Die Auswahl eines geeigneten Metadatenschemas richtet sich nach Umfang und Beschaffenheit der Daten, dem Publikationsziel sowie den vorhandenen technischen Ressourcen.

Keypoints: Metadatenstandards in der Filmwissenschaft

  • Filmwissenschaftliche Metadatenstandards dienen der eindeutigen Beschreibung, Identifikation und Auffindbarkeit von Filmwerken, Fassungen, Trägern und begleitenden Materialien.

  • EN 15744 bietet einen flach strukturierten Minimalstandard, während EN 15907 komplexe Beziehungen zwischen Werk, Variante, Manifestation und Exemplar modelliert.

  • Die FIAF-Katalogisierungsregeln übertragen diese Standards in die praktische Arbeit von Filmarchiven und können auch Forschungsprojekten als Referenzrahmen dienen.

  • Metadatenstandards fördern Interoperabilität und Datenaustausch, bilden jedoch zugleich normative Annahmen und Wertelogiken ab, die kritisch hinterfragt werden sollten. Metadaten sind also nie “neutral”.

Keypoints: Diskriminierungssensible Metadaten

  • Metadatenstandards, Taxonomien und Ontologien sind historisch situierte Wissensmodelle, die durch Auswahl, Benennung und Klassifizierung bestimmte Perspektiven privilegieren und andere marginalisieren können.

  • Diskriminierende Aspekte können sowohl in bibliographischen Angaben als auch in Beschreibungstexten, Schlagworten, kontrollierten Vokabularen, visuellen Metadaten und nachgenutzten Datenquellen fortgeschrieben werden.

  • Ein diskriminierungssensibler Umgang erfordert, problematische Begriffe und Narrative zu identifizieren, historisch zu situieren und gegebenenfalls durch Disclaimer, Mehrfachbenennungen, Markierungen oder alternative Vokabulare zu ergänzen.

  • Die Überprüfung sollte den gesamten Datenprozess einbeziehen: von der Korpusauswahl und den Datenquellen über Rollenbezeichnungen und Normdaten bis zur Veröffentlichung und Nachnutzung der Metadaten.