2.2. Teilprojekt#
Das Teilprojekt ”C05 Intervenierende Weltentwürfe: Audiovisualität des Klimawandels” des ”Sonderforschungsbereichs 1512 “Intervenierende Künste” der Freien Universität Berlin beschäftigt sich mit der Frage, wie Filme und andere Bewegtbildmedien auf Entwürfe aber auch Revisionen möglicher Zukünfte hin wirken. Was für eine Rolle werden filmischen Interventionen zuteil, wenn es um den menschengemachten Klimawandel geht? Und wie schaffen es bestimmte audiovisuelle Gestaltungsweisen, also das Zusammenkommen verschiedener filmischer Ausdruckselemente wie z.B. Sound, Montage, Farbe usw., neue Weltzugänge zu entwerfen, zu imaginieren, aber auch gleichzeitig zu verwerfen?
Drei Unterprojekte setzen sich mit der These auseinander, dass audiovisuelle Medien über den Klimawandel nicht nur Informationen und Haltungen vermitteln, sondern diese gezielt mit emotionalen Strategien verbinden. Im Fokus stehen dabei aktivistische Kinodokumentationen und Genres des Unterhaltungskinos (UP 1), der polarisierende Widerstreit in den sozialen Medien (Up 2) sowie poetologische Verschiebungen innerhalb von Naturdokumentationen (UP 3). Dabei schaffen sie Teilhabe, entwerfen Zukunftsszenarien und zeigen neue Sichtweisen auf unsere planetarische Umwelt.
Um diesen Fragen nachzugehen und die These am Filmmaterial zu rekonstruieren, nutzt das Teilprojekt C05 digital gestützte Methoden und Verfahren zur filmischen Analyse und Visualisierung von Ausdrucks- und Bewegungsmustern. Konkret wurden Annotationen sowie Visualisierungen erstellt, die auf einer spezifisch entwickelten Analysesystematik beruhen.
Fig. 2.3 Kontextualisierte Visualisierung der Annotationsdaten#
Was sind Annotationen und auf welcher Systematik beruhen die Annotationen?
[TODO: Beschreibung]
Da der Analyseparameter Farbe für bestimmte Untersuchungszwecke sehr nützlich und relevant ist, wurden die Annotationsdaten um sogenannte Moviebarcodes angereichert.
Fig. 2.4 Exemplarische Ansicht von Moviebarcodes aus dem Datenset des TPs#
Was sind Moviebarcodes?
Moviebarcodes sind algorithmisch generierte Visualisierungen, aus denen systematisch Farbinformationen eines Films, in verdichteter Form, extrahiert werden. Dabei werden Einzelbilder (Frames) durch die digitale Extrahierung als aggregrierte Farbwerte in eine ganzheitliche Bildkomposition zusammengefasst – sichtbar als lineare Farbsequenzen in vertikaler Aneinanderreihung. Mehr Informationen gibt es im Kapitel Annotationsdaten anreichern: Moviebarcodes.
Die dabei entstehenden Daten sollen auch nach Projektende öffentlich verfügbar bzw. nachnutzbar sein. Welche notwendigen Schritte braucht es für die Umsetzung zur Publikation filmwissenschaftlicher Forschungsdaten? Das vorliegende Jupyter Notebook zeigt exemplarisch, wie diese Projektdaten organisiert, aufbereitet und veröffentlicht werden können – praxisnah und reproduzierbar.
2.2.1. Umsetzung und Organisation#
Für die Umsetzung einer solchen Datenpublikation ist eine sorgfältige Planung unerlässlich. Dabei helfen etablierte Standards den Umgang mit Forschungsdaten zu strukturieren und die Organisation zu erleichtern. Diese Standards existieren auf verschiedenen Ebenen: Zum einen gibt es allgemeine Richtlinien von Institutionen wie der DFG oder den Universitäten, zum anderen fachspezifische Vorgaben – in unserem Fall aus der Film- und Medienwissenschaft
Den systematischen Umgang mit Forschungsdaten bezeichnet man als Forschungsdatenmanagement, kurz: FDM. In den folgenden Kapiteln beschäftigen wir uns sowohl mit allgemeinen Standards als auch mit fachspezifischen Methoden des Forschungsdatenmanagements. Doch zunächst klären wir eine grundlegende Frage: Was sind eigentlich Forschungsdaten – im Allgemeinen, aber auch speziell in der Film- und Medienwissenschaft?