4.5. 🏆Selbsttest: Wissen und Praxis#
Wie nutze ich den Selbsttest?
Dieser Selbsttest verzichtet bewusst auf reine Wissensabfragen. Stattdessen werden Ihnen Situationen und Fallbeispiele präsentiert, die Sie mithilfe der im Kapitel erlernten Konzepte durchdenken und einordnen sollen. Es geht darum, Prinzipien auf neue Konstellationen zu übertragen – nicht darum, Textpassagen wiederzuerkennen.
Die Aufgaben sind in drei Schwierigkeitsstufen gegliedert: Einsteiger:in, Fortgeschritten und Vertiefung.
So funktioniert es:
Lesen Sie jede Situation sorgfältig und überlegen Sie, welches Prinzip hier zum Tragen kommt
Wählen Sie die Antwort(en), die Sie für richtig halten
Nutzen Sie das Feedback, um Ihre Argumentation zu überprüfen - auch bei richtigen Antworten
Es erfolgt keine Bewertung oder Speicherung Ihrer Ergebnisse.
Geschätzte Zeit: XX Minuten
Viel Erfolg!
Aufgabe 1#
Aufgabe 2#
Aufgabe 3#
Aufgabe 4#
Aufgabe 5#
Aufgabe 6#
Aufgabe 7#
Aufgabe 8#
Aufgabe 9#
Aufgabe 10#
Aufgabe 11#
Szenario: Sie beraten ein filmwissenschaftliches Projekt, das drei sehr unterschiedliche Datenprodukte erzeugt hat:
eine Sammlung von 40 handkodierten Sequenzprotokollen zu Naturdokumentationen (abgeschlossen, statisch)
eine kontinuierlich wachsende, relationale Datenbank zu Ko-Produktionsnetzwerken zwischen Sendern und Produktionsfirmen
eine ausführliche methodische Reflexion zur Entwicklung der eigenen Kodierungssystematik, die als eigenständiger wissenschaftlicher Beitrag sichtbar werden soll
Beschreiben Sie für jedes der drei Datenprodukte, welchen Publikationsweg Sie empfehlen würden und begründen Sie Ihre Entscheidung anhand der jeweiligen Beschaffenheit der Daten - nicht anhand des Themas (Naturdokumentationen).
Musterlösung
(a) Sequenzprotokolle (abgeschlossen, statisch): Ein Repositorium (z. B. media/rep/ oder Zenodo) mit DOI-Vergabe ist hier passend, da es sich um ein abgeschlossenes, unveränderliches Datenprodukt handelt, das dauerhaft referenzierbar gemacht werden soll. Eine API wäre unverhältnismäßig, da keine dynamische Abfragbarkeit benötigt wird.
(b) Ko-Produktionsnetzwerk (dynamisch, relational, wachsend): Eine API-Schnittstelle eignet sich hier deutlich besser, da die Daten sich kontinuierlich verändern und Dritte idealerweise stets auf den aktuellen Stand zugreifen sollen, statt eine veraltete statische Kopie zu erhalten. Dies setzt allerdings entsprechende Programmierkenntnisse im Projekt voraus.
(c) Methodische Reflexion zur Kodierungssystematik (eigenständiger wissenschaftlicher Beitrag): Ein Data Paper in einem einschlägigen Fachjournal (z. B. NECSUS oder Journal of Open Humanities Data) ist hier die passende Wahl, da es genau dafür konzipiert ist, Methodik, Erhebungslogik und Struktur eines Datenprodukts - unabhängig von einer inhaltlichen Forschungsfrage - als eigenständige, peer-reviewte Leistung sichtbar zu machen.
Zentrale Erkenntnis: Die Entscheidung für einen Publikationsweg richtet sich nicht nach dem Forschungsthema, sondern nach der technischen und funktionalen Beschaffenheit der jeweiligen Daten (statisch/dynamisch, relational/einfach) sowie dem Ziel der Veröffentlichung (Datenzugänglichkeit vs. methodische Sichtbarkeit).